22:49 17 August 2018
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    Meeresspiegel steigt katastrophal an - Studie

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    Wegen der intensiven Eisschmelze in der Antarktis ist der Meeresspiegel seit 1992 um 7,6 Millimeter angestiegen. Fast die Hälfte des Wachstums (drei Millimeter) entfiel dabei auf die letzten fünf Jahre. Das stellte ein internationales Forscherteam aufgrund jahrzehntelanger Beobachtungen des Eisschildes am Südpol fest.

    Laut der im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Studie haben die Wissenschaftler von 40 Forschungsorganisationen aus der ganzen Welt im Zeitraum von 1992 bis 2017 insgesamt 24 unabhängige Messungen der Balance von Eismasse in der Antarktis vorgenommen. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse wurde ein vollständiges Bild vom Zustand der Gletscher ermittelt.

    Laut Satellitenangaben hatte die Antarktis bis 2012 insgesamt 76 Milliarden Tonnen Eis im Jahr verloren. Dann beschleunigte sich die Eisschmelze um das Dreifache: Im Zeitraum von 2012 bis 2017 betrug der jährliche Eisverlust 219 Milliarden Tonnen, wobei der Meeresspiegel jeweils um 0,6 Millimeter anstieg. Die Eisvorräte in der Antarktis sollen Berechnungen zufolge für einen Anstieg der Weltmeere um 58 Meter ausreichen.

    In der Westantarktis und auf der Antarktischen Halbinsel ist heute ein deutlicher Rückgang der Gletscher zu beobachten, die Bildung des Eisschildes in der Ostantarktis hat sich verlangsamt. Besonders starke Veränderungen gehen in der Westantarktis vor sich, wo sich die Schmelzgeschwindigkeit von 53 Milliarden Tonnen auf 159 Milliarden Tonnen Eis im Jahr erhöht hat. Die in dieser Region befindlichen Großgletscher Pine Island und Thwaites versinken allmählich im offenen Ozean.

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    Tags:
    Eisschmelze, Studie, Fachzeitschrift Nature, Antarktis
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