09:09 16 Juli 2018
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    Klima-Aliens: Auch Außerirdische planen Energiewende – Studie

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    Valentin Raskatov
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    Hausgemachter Klimawandel ist nichts Neues und auch nichts, was nur für unseren Planeten gilt. Zu diesem Ergebnis kommen drei Wissenschaftler in einer Studie, in der sie den Zusammenhang zwischen Zivilisationen und Klima untersuchen. Das Erfolgsrezept für das Überleben ist dabei aus Sicht der Forscher die Umstellung auf Nachhaltigkeit.

    Ist der selbstgeschaffene Klimawandel etwas, das es nur auf der Erde gibt? Mit dieser Frage beschäftigten sich ein Astrophysiker, ein Biogeochemiker und eine Ökologin im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie. Sie kamen zu dem Schluss: Nein, eine Erwärmung von Planeten würden auch außerirdische Zivilisationen anderswo im Universum hervorrufen.

    Wer Energie erzeugt, erzeugt auch Wärme

    „Letztendlich brauchen Zivilisationen Energie, und diese wird aus der Umgebung gezogen“, sagt Axel Kleidon, Biogeochemiker vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie und einer der drei Autoren der Studie. Auf der Erde nutzen die Menschen dabei fossile Brennstoffe, Kohlenstoff, der vor Jahrmillionen von der Pflanzenwelt abgelagert wurde, und setzen ihn wieder in die Atmosphäre frei. Dadurch ändern sich die Umweltbedingungen. Es wird wärmer.

    Aber warum nur die Erde? „Der Bedarf an Energie ist etwas ganz Allgemeines für jede Zivilisation“, fügt Kleidon hinzu. „Insofern denke ich, dass auch die Außerirdischen sich letztendlich überlegen müssen, wie sie eine Energiewende bewerkstelligen.“

    Überall nur Nachhaltigkeit

    Die Forscher haben sich im Rahmen ihrer Studie verschiedene historische Fälle von Zivilisationen angeschaut, „wo sich Bevölkerungen lokal oder regional ihre eigene Lebensgrundlage abgebaut haben“. Ein Beispiel war hier etwa das Volk der Polynesier auf der Osterinsel. Die Bevölkerung reduzierte dort durch Abholzung der Bäume ihre eigenen Ressourcen so stark, dass sie nicht mehr weiter als ausgeprägte Zivilisation existieren konnte. Der Bedarf war höher als das Angebot.

    Was lokal auf der Osterinsel geschah, passiert heute auf einer globalen Skala. Denn fossile Stoffe werden überall verbrannt. Auch das Klima ändert sich global, was irgendwann zum Untergang der menschlichen Zivilisation, wie wir sie kennen, führen könnte. Deswegen müsse auch auf der Erde geschaut werden, wie das menschliche Energiebedürfnis so gesättigt wird, dass es zugleich für wenig Erwärmung sorgt. Besonders effizient findet der Biogeochemiker hier die Fotovoltaik. In ihr sieht er den „Weg zu einer nachhaltigen Zukunft“.

    An den Strukturen wirst du sie erkennen

    Kann diese Studie auch bei der Suche nach außerirdischem Leben helfen? Lebewesen im Weltall wären schwer auszumachen, denn „eigentlich macht die Biologie nichts Besonderes“, sagt der Forscher dazu. „Fast alles, was die Biologie macht, ist auch abiotisch möglich. Sie macht es nur besser und schneller und größer.“ Wahrscheinlich könne man aber eine höhere Zivilisation auf einem Planeten eher erkennen als „grünen Schleim, der am Meeresboden wächst“, fügt er hinzu. Denn für höhere Zivilisationen gebe es deutlichere Indizien: „Wenn man die Erde nachts betrachtet, dann sieht man jede Menge Licht. Dieses Licht zeigt eine Struktur, die Netzwerkstruktur von Straßen und Städten. Solche Strukturen könnte man wahrscheinlich nutzen, um aus der Ferne Leben zu erkennen“, stellt Kleidon in den Raum.

    Kategorisierung von Planeten

    Die Studie geht zurück auf ein allgemeineres Projekt der Wissenschaftler, bei dem es um die Kategorisierung von Planeten ging, erzählt Kleidon. Dabei wurden die Planeten eingeteilt in verschiedene Typen, abhängig davon, wie viel Arbeit sie verrichten. So gehört der Merkur als „fliegender Stein“ zum Typ 1, weil er gar keine Arbeit verrichtet. Die Venus dagegen verfügt über ein Klimasystem und beschleunigt die Luft bei ihrem Flug durchs All. Damit gehört sie zum Typ 2. Die Typen 3 und 4 umfassen Planeten, auf denen zusätzlich Lebewesen Arbeit verrichten und Energie etwa in Form von Kohlenhydraten freisetzen. Zum Typ 5 schließlich gehören Planeten, auf denen Zivilisationen wohnen, die über Technologie verfügen.

    Das Interview mit Axel Kleidon in voller Länge:

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    Tags:
    Forschung, Ökologie, Extraterrestrisches Leben, Ressourcen, Außerirdische, Klimaerwärmung, Klima, Planeten, Treibhauseffekt, Aliens, Klimawandel, globale Erderwärmung, Zivilisation
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