17:00 15 Dezember 2018
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    Das Rätsel im Sternbild Schwan – und die Frage nach dem Sinn der Alien-Suche

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    Die Suche nach Außerirdischen sollte, wenn auch mit geringen Chancen auf Erfolg, fortgesetzt werden. Denn sie hilft auch uns selbst, wie ein russischer Astrophysiker meint. Die Russische Akademie der Wissenschaften will unterdessen einen rätselhaften Stern im Sternbild Schwan genauer ins Visier nehmen.

    Könnten eventuelle außerirdische Beobachter unsere gegenwärtigen Aktivitäten im erdnahen Weltraum bemerken? Jewgeni Semenko, Forscher der Speziellen Astrophysischen Sternwarte der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAW), erklärt gegenüber Sputnik, die Raumfluggeräte und der Weltraummüll der Erdenbewohner seien nicht besonders auffällig. Auf der Erde seien beispielsweise nur große Teleskope fähig, Objekte in der geostationären Umlaufbahn, also in Entfernungen von bis zu 36.000 Kilometern zu sehen: „Um etwas im Orbit zu sichten, muss man in der Nähe sein.“

    Könnten wir vielleicht mit Funksignalen Aufmerksamkeit hypothetischer Aliens erregen? Semenko bietet ein gedankliches Experiment an: Angenommen, eine Zivilisation, die 100 Lichtjahre von uns entfernt lebt, empfängt unsere Botschaft und schickt eine Antwort. Dann brauchen wir weitere 100 Jahre, um diese Antwort zu bekommen.

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    Trotzdem sollten wir nach Ansicht des Astrophysikers den Weltraum abhören und Botschaften schicken: „Selbst angesichts einer winzigen Wahrscheinlichkeit sollten wir nach Unseresgleichen suchen. Denn dies hilft zu begreifen, wer wir sind, worum es sich bei den wahren Werten der Zivilisation handelt und wie unser Platz im Universum ist. Zudem entwickeln wir damit Technologien weiter, was das Leben eines jeden von uns ändert – wenn auch mit Verspätung.“

    In Russland gibt es derweil wissenschaftliche Projekte, die zumindest indirekt im Zusammenhang mit dem Thema Alien-Suche stehen. Nach Angaben der russischen Tageszeitung „Iswestija“ sieht beispielsweise das von der RAW beschlossene Programm für Kosmos-Grundlagenforschungen für das laufende Jahr unter anderem vor, mehr Klarheit über die Eigenschaften von „Tabbys Stern“ im Sternbild Schwan zu erlangen. Der Stern ist etwa 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt. Zuständig für seine Analyse ist ein Team des russischen Instituts für Weltraumforschung.

    Das Kepler-Teleskop hatte zuvor bei diesem Stern nichtperiodische Helligkeitsreduzierungen entdeckt. In Bezug auf deren Ursachen gibt es verschiedene Rätsel und Hypothesen. Ein US-Forscherteam vermutete sogar, dass eine sogenannte Dyson-Sphäre schuld sein könnte, also ein hypothetisches künstliches Konstrukt, das den Stern umschließen würde, um dessen Energie zu absorbieren.

    Das russische Team will nun, wie die Zeitung berichtete, auch diese Vermutung überprüfen. Die Forscher halten jedoch eine Verschattung des Sterns durch eine Gruppe von Kometen für wahrscheinlicher. Ihr Plan beinhaltet zunächst Kalkulationen aufgrund der bereits vorliegenden Daten und später auch den Einsatz bodengestützter Sternwarten.

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    Der russische Teamchef Leonid Ksanfomaliti hatte dem Blatt noch im Februar gesagt: „Wir wurden vor die Aufgabe gestellt, überzeugende Erklärungen zu finden. Die Beobachtungsdaten widersprechen den Gesetzen der Physik. Dies ließe sich entweder durch Messfehler oder durch eine falsche Interpretation erklären. Dieses Objekt wird von vielen ausländischen Kollegen erforscht. Es gibt sehr viele Veröffentlichungen in der wissenschaftlichen Presse. Doch eine allgemein anerkannte Erklärung bleibt bislang aus. Eine der Versionen besagt, es handle sich um Spuren einer Zivilisation, die einst bestand und dann verschwand und dabei diese Denkmäler hinterließ. Das Rätsel weckt bei Fachleuten großes Interesse. Eine Antwort wird man aber offenbar noch lange suchen.“

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    Suche, Aliens, Technologien, Zivilisation, Spur, Erklärungen, Dyson-Sphäre, Weltraum, Russland, Erde