07:13 22 Oktober 2018
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    Essen - Käse, Schinken, Frites, Fleisch (Symbolbild)

    Schlagzeilen über krebserregendes Essen: Experten lüften Wahrheit

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    Die Medien bringen ständig Geschichten über Nahrungsmittel und Getränke, die Krebs verursachen oder heilen. Dabei ist es schwer zu entscheiden, welche davon glaubhaft sind. Die britische Verbraucherorganisation „Which?“, die Waren untersucht und vergleicht, hat die Wissenschaft hinter den Mythen überprüft.

    Verarbeitetes Fleisch

    Einige Lebensmittel wie verarbeitetes Fleisch (wie Speck, Schinken und Salami) erhöhen nachweislich das Risiko von Krebs, insbesondere von Darm-und Magenkrebs. Dies ist auf die Nitrate und Nitrite zurückzuführen, die bei der Verarbeitung zugegeben werden. Die Weltgesundheitsorganisation sagt, dass nur 50 Gramm verarbeitetes Fleisch pro Tag (etwa zwei Speckstreifen) das Risiko für Darmkrebs um 18 Prozent erhöhen können.

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    Zucker

    Trotz der Panikmache in den Medien haben keine Forschungen nachgewiesen, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Zucker und einem erhöhten Krebsrisiko gibt. Allerdings kann der Verzehr vieler zuckerreicher Lebensmittel zur Gewichtszunahme führen, die das Krebsrisiko schon steigert.

    Pestizide

    Obwohl Pestizide, künstliche Süßstoffe und Lebensmittelzusatzstoffe ebenfalls oft als Krankheitserreger bezeichnet werden, unterstützt die Wissenschaft dies noch nicht. Solche Stoffe werden alle gründlich geprüft, bevor sie an oder in Lebensmitteln verwendet werden dürfen. In der EU werden die Tests von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit durchgeführt. Nur Menschen, die durch ihre Arbeit in der Landwirtschaft und der Industrie höheren Pestizidmengen ausgesetzt sind, haben laut Angaben der Internationalen Agentur für Krebsforschung ein „wahrscheinlich“ gestiegenes Krebsrisiko.

    Andere nachgewiesene Risikofaktoren für Krebs sind Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, schlechte Ernährung und Alkoholkonsum. Nikotin und Alkohol sind beide Klasse-Eins-Karzinogene. Dies bedeutet, dass ihre Gefahr deutlich nachgewiesen ist, aber nicht, dass sie gleichermaßen schädlich sind. Rauchen ist ein Risikofaktor für mindestens 15 Krebsarten und ist die Ursache für etwa 15 Prozent der Krebserkrankungen in Großbritannien. Alkohol verursacht etwa drei Prozent der Krebsfälle.

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    Um das Risiko von Krebs zu verringern, empfiehlt „Which?“ den Verzehr von sogenannten Superfoods: Kurkuma, grüner Tee, Blaubeeren, Granatäpfel, fetter Fisch, verschiedene Gemüse und Früchte, Ballaststoffe. Die Organisation stellt jedoch fest, dass es keine „zuverlässigen“ Beweise für ihre Wirkung gebe. Es wird auch empfohlen, das Gewicht innerhalb der normalen Grenzen zu halten und nicht zu rauchen.

     

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    Tags:
    Zucker, Pestizide, Rauchen, Alkoholkonsum, Lebensmittel, Essen, Krebs, Forschung, Which, Großbritannien