14:12 20 November 2018
SNA Radio
    Blutabnahme (Archivbild)

    Sind Sie Nachteule oder Frühaufsteher? Neuer Bluttest kann innere Uhr entziffern

    © Sputnik / Pawel Lissizyn
    Wissen
    Zum Kurzlink
    Marcel Joppa
    5193

    Wann sind Sie besonders leistungsfähig? Morgens oder abends? Sollten Sie besser früh oder spät ins Bett gehen? Mit einem neuen Bluttest können Wissenschaftler der Berliner Charité jetzt den Status der inneren Uhr eines Patienten erstmals genau bestimmen. Das hat große Wirkung auf die Einnahme wichtiger Medikamente – und auf mögliche Nebenwirkungen.

    Ist der innere Rhythmus erst einmal bekannt, lässt sich mit der darauf abgestimmten Einnahmezeit der Medikamente auch ihre Wirkung verbessern. Mithilfe dieser „Chronotherapie“ lassen sich den Forschern zufolge Arzneimittel insgesamt wirksamer und verträglicher einsetzen als bisher.

    Eule oder Lerche?

    Die Funktionen des menschlichen Körpers unterliegen tageszeitlichen Schwankungen. So zeigen zum Beispiel Medikamente in Abhängigkeit von der inneren Uhr unterschiedlich starke Wirkung, je nachdem, zu welcher Uhrzeit sie eingenommen werden. Diese Reaktion ist von Mensch zu Mensch verschieden, abhängig davon, ob seine innere Uhr zum „Spättyp“ oder zum „Frühtyp“ neigt, also ob die Person eher eine Eule oder eine Lerche ist.

    Studie sorgt für internationales Aufsehen

    Ein internationales Team um den Charité-Forscher Prof. Dr. Achim Kramer identifizierte sogenannte Biomarker im Blut, die für die innere Uhr charakteristisch sind. Mit speziellen Computeralgorithmen isolierten sie zwölf Gene, die verlässlich die Innenzeit anzeigen. Die Biomarker einer einzigen Blutprobe sollen dafür schon ausreichen. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachmagazin „The Journal of Clinical Investigation“.

    Nie wieder Nebenwirkungen?

    In weiteren Folgestudien wollen die Forscher nun personalisierte Tests an Patienten durchführen, bei denen die Einnahme von Medikamenten speziell auf den persönlichen Biorhythmus der Testperson abgestimmt wird. Dadurch soll die Wirkung der Behandlung optimiert und gleichzeitig das Risiko von Nebenwirkungen verringert werden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Kim Jong-un verspricht südkoreanischem Staatschef, dessen „Schlaf nicht zu stören“
    Wollen Sie Ihre Träume selbst lenken? Schlafforscher rät von Technologien dafür ab
    Warum tagsüber schlafen schlecht für Sie ist
    Tags:
    Forschung, Bluttest, Schlaf, Schlafstörungen, Charité Berlin, Berlin, Deutschland