00:32 26 September 2018
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    Warum ist Leben auf der Erde bislang nicht ausgestorben? Forscher erklären

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    Britische Biologen haben einen Mechanismus entdeckt, mit dessen Hilfe das Leben die Eigenschaft erlangt haben soll, die Arbeit von Ökosystemen und das Klima der Erde stabilisieren zu können. Das soll der Erde geholfen haben, mehr als drei Milliarden Jahre lang zu existieren. Dies ist dem Fachmagazin „Trends in Ecology and Evolution“ zu entnehmen.

    „Wir sind auf zwei einfache Grundsätze gestoßen, die die Evolution des Lebens gemanagt haben, bis es die Erde in ein selbststabilisierendes System verwandelt hatte. Jetzt haben wir die Chance, die Antwort auf die Hauptfrage zu finden – wie und warum unsere Ururvorfahren entstanden sind“, erzählt Tim Lenton von der britischen University of Exeter.

    Laut den Berechnungen der Astrophysiker soll es in den Galaxien und im All mit Leben wimmeln. Allerdings sei es den Forschern bislang noch nicht gelungen, jegliche Spuren von denkenden (oder auch nicht) Aliens zu entdecken. Viele Forscher sind der Ansicht, dies sei damit verbunden, dass Leben ganz schnell entstehe und noch schneller verschwinde, ohne dabei wesentliche Spuren zu hinterlassen.

    In diesem Fall stellt sich die Frage, warum das Leben auf der Erde nicht während der drei Milliarden Jahre ihrer Existenz verschwunden ist. Die erste Erklärung  dieses Paradoxons war noch von dem bekannten Chemiker James Lovelock im Jahr 1972 im Rahmen der sogenannten Gaia-Hypothese dargelegt worden (Gaia, auch Gäa, symbolisiert laut der griechischen Mythologie die aus dem Chaos entstandene Urmutter Erde, die alles Sterbliche hervorbringt und wieder in sich aufnimmt).

    Diese Hypothese postuliert, dass das Klima und die Bedingungen auf der Erde von ihren Bewohnern, grünen Pflanzen und anderen Organismen direkt reguliert werden, so wie der Körper von warmblütigen Lebewesen auf die Temperaturänderungen der Umgebung reagiert.

    Diese Idee erläutert recht gut, wie die lange Existenz des irdischen Lebens möglich war. Jedoch kann sie keine Antwort auf die allerwichtigste Frage liefern – wie dieses selbstunterhaltende System gebildet worden und wie die Symbiose zwischen dem Leben und dem Planeten entstanden ist.

    Lenton, einer der bekannten Nachfolger von Lovelock, und seine Kollegen versuchten, Antworten auf diese beiden Fragen zu finden. Daher untersuchten sie, inwiefern die natürliche Selektion, Evolution und Stabilität der lokalen Umgebungsbedingungen miteinander verbunden sind.

    Wenn die Evolution mit bescheidenen und langsamen Schritten voranschreitet, wird das Leben genug Zeit haben, um sich an die neuen Bedingungen oder Änderungen anzupassen, die mit „äußeren“ Faktoren zusammenhängen. Es können Vulkan-Eruptionen, wachsende Sonnenaktivität oder Änderungen bei der Gestein-Umsetzung in dem Inneren der Erde auftreten.

    Lenton zufolge ist eine derartige „Stabilitätsevolution“ untrennbar mit dem nächsten Schritt der Lebensentwicklung verbunden – der „Selektion nach der Überlebensfähigkeit“. Jene Lebewesen, die die Ökosysteme destabilisieren, werden laut den Forschern schneller als andere Arten von Mikroben, Vielzellern und Pflanzen verschwinden. Dies werde letztlich schneller zu der Bildung einer völlig stabilen und selbstregulierenden Erde führen, auf der wir heute leben.

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    Tags:
    Ururvorfahren, Ökosysteme, Selektion, Leben, Evolution, Fachmagazin "Trends in Ecology and Evolution", University of Exeter, Tim Lenton, James Lovelock, Galaxie, Sonnensystem, All, Erde