23:03 15 Juli 2018
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    Interplanetare Gefahr: Mutierte Bakterien aus dem All können Erde bedrohen

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    Russische Forscher haben eine erhöhte Aggressivität und Resistenz gegen Antibiotika bei Mikroorganismen festgestellt, die nach einem langen Aufenthalt im Weltraum auf die Erde zurückgebracht wurden. Einige mutierte Lebewesen können für das Leben sowohl auf als auch außerhalb der Erde gefährlich sein, heißt es in einem Bericht, der Sputnik vorliegt.

    Die Forscher werden den Nationalen Bericht über einige Ergebnisse von Grundlageforschungen im Weltraum in der Sitzung des Internationalen Ausschusses für Weltraumforschung im Juli in den USA präsentieren. 

    Aggressive Bakterien-Mutanten

    Die Forscher haben ein Experiment auf der der Oberfläche des russischen Segments der Internationalen Raumstation (ISS) durchgeführt. Dabei seien einige Arten von Bakterien entdeckt worden, die die Bedingungen der harten radioaktiven Strahlung des freien Weltraums ertragen könnten.  

    „Die Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Bakterien und Pilze sogar nach 31 Monaten Aufenthalt im freien Weltraum lebensfähig bleiben können“, heißt es in Materialien, die Sputnik vorliegen. Dabei seien bei den überlebenden Stämmen eine erhöhte aggressive Nukleaseaktivität und eine gewachsene Resistenz gegen Medikamente mit antimikrobeller Aktivität festgestellt worden.  

    Verseuchungsgefahr

    Irdische Mikroorganismen, die während ihres Aufenthalts im Weltraum auf der Außenoberfläche der ISS mutiert seien, könnten eine Gefahr für das Leben auf der Erde darstellen, deshalb müsse diese Gefahr in den Forderungen nach einer planetaren Quarantäne berücksichtigt werden, so die Forscher. 

    „Da die Lebewesen im freien Weltraum überleben können, ist in der fernen Zukunft das Einschleppen fremder Substanzen von anderen Planeten auf die Erde sowie von der Erde auf andere Planeten hypothetisch möglich. Darüber hinaus könnten die zurückgebrachten irdischen Mikroorganismen, die im Weltall und auf einem anderen Planeten waren und sich auf unbekannte Weise in dessen Atmosphäre transformiert haben, eine Gefahr darstellen“, geht aus dem Bericht hervor.     

    Russische Wissenschaftler wollen die vorliegenden Forschungsergebnisse für das Ausarbeiten von Maßnahmen zum Schutz der Erde vor solchen Bedrohungen anwenden. Diese Ergebnisse seien nicht nur von wissenschaftlichem Interesse, sondern sie hätten auch eine praktische Bedeutung für die Begründung der Strategie einer planetaren Quarantäne bei zukünftigen interplanetaren Raumfahrten.   

    Das Prinzip des „planetaren Schutzes“ wird bei allen interplanetaren Raumfahrten angewandt. Sein Ziel ist Vorbeugung biologischer Verschmutzung der Erde und anderer Planeten durch aus dem All zurückgekehrte Mikroorganismen. 

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    Raumfahrt, Bedrohung, Gefahr, Mikroorganismen, Bakterien, Forschungen, Forscher, Internationale Raumstation ISS, Sputnik, USA, Weltraum, Erde, Russland
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