20:43 22 Juli 2018
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    Alien (Symbolbild)

    Sind sie schon unter uns? Forscher: Wir könnten Aliens übersehen

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    Valentin Raskatov
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    Alienforscher könnten Außerirdische auch dann noch übersehen, wenn diese direkt „vor deren Nase“ wären. Denn auch bei der Aliensuche komme die „Unaufmerksamkeitsblindheit“, der sogenannte „Gorilla-Effekt“ zum Tragen. Dass selbst ein Gorilla, der durchs Bild läuft, übersehen wird, hatten Forscher bereits in den 90er Jahren gezeigt.

    Wenn Menschen sich in ihrem Alltag durch die Welt bewegen und ihre Ziele verfolgen, dann kann schon mal ein als Gorilla verkleideter Bürger vorbeilaufen – und mehr als die Hälfte von ihnen merkt es nicht. Dieses Phänomen nennt man Unaufmerksamkeitsblindheit. Es wurde von den Forschern Christopher Chabris und Daniel Simons in den 90er Jahren gezeigt.

    Was für einen Gorilla auf Erden gilt, könnte auch bei der Suche nach außerirdischen Lebensformen zum Verhängnis werden, finden die beiden Neuropsychologen Gabriel de la Torre und Manuel García von der Universität von Cadiz in Spanien knapp zwanzig Jahre später.

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    „Wir könnten die Außerirdischen übersehen, weil sie sich in anderen Bereichen des Spektrums befinden, nicht sichtbar oder versteckt in anderen Formen der Materie“, erklärt de la Torre gegenüber Sputnik. Um das zu zeigen, haben die beiden Forscher ein Experiment an 137 Menschen durchgeführt. Diese sollten Luftaufnahmen mit künstlichen Strukturen wie Häusern und Straßen von anderen Formen mit Naturelementen wie Bergen und Flüssen unterscheiden. Auf einem der Bilder war allerdings ein kleiner Gorilla zu sehen. Auch hier bemerkte weniger als die Hälfte der Teilnehmer den Affen. Vor den Tests ermittelten die Forscher außerdem die Geisteshaltung der Teilnehmer. Es stellte sich heraus, dass die eher rationalen Teilnehmer den Gorilla deutlich seltener sahen als die, die intuitiver urteilen.

    Die Folgen dieses Experiments sind für die Neuropsychologen groß: „Wir sehen die Welt, wie uns unser Gehirn es erlaubt, diese zu sehen. Unsere Gedanken und Ideen prägen die Realität durchgehend, sodass wir die Welt verstehen und mit dieser interagieren können. Allerdings wissen wir, dass es weit mehr gibt, als wir sehen und wahrnehmen können.“

    Unser Blick auf die Welt sei „anthropozentrisch und chauvinistisch von Grund auf“, was eine Gefahr für neue Entdeckungen bedeute. „Selbst wenn wir etwas fänden, das unseren psychologischen Vorurteilen und unserer Logik widerspricht, werden wir es höchstwahrscheinlich außer Acht lassen, weil wir einfach nicht damit gerechnet haben, dass so etwas passiert“, meint de la Torre. Genau hier, finden die Forscher, könnte das intelligente Leben sich verstecken – jenseits der Grenzen unserer Wahrnehmung. Unsere Suche nach Aliens könnte man vergleichen mit einem „Blick aufs Universum durch ein Nadelöhr“, findet de la Torre.

    Wie damit umgehen? „Wir müssen nach Ungereimtheiten in unseren Modellen und unserer Wahrnehmung Ausschau halten“, betont der Forscher. „Nur so können wir einen kurzen Blick auf die anderen Möglichkeiten erhaschen, die jenseits unseres Vorstellungsvermögens liegen.“ Der erste Schritt hierfür wäre, herauszufinden, mit welchen Erwartungen die Forschung betrieben wird, und dann zu versuchen, außerhalb der gewöhnlichen Denkmuster zu denken. Ein Beispiel von de la Torre: das Wow-Signal. Dieses war als extraterrestrisches Signal ausgeschlossen worden, obwohl es interessante Merkmale hatte, so der Forscher. „Jetzt stelle man sich einmal vor, wir nehmen dieses Papier, auf dem die Zahlen als formlose Reihen standen, drehen es um, und es kommt plötzlich ein Muster, eine geometrische Form zum Vorschein. So etwas würden wir gar nicht erst herausfinden, weil wir uns von vornherein nur die Zahlen angeschaut haben.“ Das wäre der Gorilla, den der mit seiner eigenen Frage beschäftigte Mensch im Alltag einfach übersieht.

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    Als Beispiel für einen Gegenstand, den man sich näher anschauen könnte, führen die Forscher folgende sonderbare Form auf dem Zwergplaneten Ceres an:

    Diese Aufnahmen von der Nasa-Raumsonde Dawan habe bislang kein Planetenforscher erklären können. Sie sollten auch nicht gleich mit natürlichen Erklärungen wie etwa einem aktiven Vulkan beiseitegekehrt werden, empfehlen die Forscher. Denn das wäre genau das, was man in solchen Fällen erwartet.

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    Tags:
    Gorilla-Effekt, Neuronen, Star Wars, Aliens, Forscher, Gehirn, Psychologie, NASA
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