19:30 21 Oktober 2018
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    Schwarzer Sarkophag aus Alexandria

    Sensationsfund: Schwarzer Sarkophag aus Alexandria soll geöffnet werden

    © Foto: Facebook/ Ministry of Antiquities
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    Bolle Selke
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    Der Sarkophag wurde bei Bauarbeiten in der ägyptischen Hafenstadt entdeckt. Archäologen schätzen, dass er aus dem Ptolemäerreich stammt. Damit ist er mehr als 2000 Jahre alt. Nun soll der bisher größte derartige Fund in der Region geöffnet werden, um herauszufinden, wer darin bestattet wurde. War es vielleicht sogar Alexander der Große selbst?

    Im Jahr 1921 öffnete eine Gruppe Archäologen unter der Führung von Sir Joseph Whemple das Grab des Imhotep und erweckte dabei versehentlich die 3700 Jahre alte Mumie des Hohepriesters zu neuem Leben. So wird es zumindest im Filmklassiker von 1932 „Die Mumie“ erzählt. Damals verkörperte Boris Karloff die Rolle der untoten Mumie.

    Seitdem warnen unzählige Horrorfilme und —geschichten (The Mummy’s Hand, The Mummy’s Tomb, The Mummy’s Ghost, The Mummy’s Curse …) davor, die letzten Ruhestätten der antiken Ägypter zu stören. Ungehört verhallen diese Warnungen allerdings bei den meisten Archäologen. Das wissenschaftliche Interesse geht vor. Die tatsächlichen Berichte über Mumienopfer halten sich bisher auch in Grenzen.

    Bisher ungeöffnet

    Mit einer Länge von 2,65 Metern und einer Höhe von 1,85 Metern ist der in Alexandria gefundene Sarkophag der größte derartige Fund in der Region überhaupt, wie das zuständige Antiken-Ministerium mitteilte. Er besteht aus schwarzem Gestein. Die Mörtelschicht an den Seiten des Deckels ist noch intakt. Daraus schließen die Archäologen, dass sich bisher noch keine Grabräuber an dem Sarkophag zu schaffen gemacht haben. Das hieße, er wäre für etwa zweitausend Jahren verschlossen geblieben. Die meisten gefunden Gräber der Antike sind bereits vor Jahrhunderten geplündert worden.

    Zeitgenosse Kleopatras

    Bisher ist nicht bekannt, wer in dem Sarkophag liegt. Wie „Spiegel Online“ berichtet, könnte ein Alabasterkopf, der unweit des Steinsargs gefunden wurde, immerhin Hinweise darauf geben, wann er begraben wurde. Der Kopf wurde auf irgendwann zwischen 323 und 30 vor Christus datiert. Damit könnte er ein Zeitgenosse der letzten Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches gewesen sein: Kleopatra VII., Geliebte der römischen Herrscher Gaius Julius Caesar und Marcus Antonius. Zumindest zeitlich käme sogar Alexander der Große in Frage. Er starb am 10. Juni 323 vor Christus und soll in Alexandria begraben sein.

    Schwierige Öffnung

    „Es ist sehr schwierig, ihn ohne Beschädigung zu transportieren und dann in einem Museum zu öffnen“, sagte Ayman Ashmawy, Hauptverantwortlicher des Ministeriums für ägyptische Artefakte und Antiquitäten, gegenüber der britischen Zeitung „Guardian“. „Er liegt fünf Meter unter der Erdoberfläche, und allein der Deckel wiegt 15 Tonnen.“

    Ashmawy hofft, dass die Gruft einem hohen Würdenträger gehört. Das ließe sich aufgrund der Objekte sagen, die man im inneren des Sargs zu finden hofft. Wegen der Komplexität des Öffnungsvorgangs kann dafür aber noch kein Termin genannt werden. Es wird mindestens noch ein paar Wochen dauern, bis man weiß, ob der Fluch der Mumie in diesem Fall doch zutreffen könnte.

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    Tags:
    Fluch, Archäologie, Mumie, Sarkophag, Alexander der Große, Kleopatra, Julius Cäsar, Ägypten