23:19 23 Oktober 2018
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    Salami (Symbolbild)

    Schinken-Schock: Führt Fleischverzehr zu psychischen Störungen? – Studie

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    Eine nitratreiche Ernährung erhöht das Risiko von psychischen Störungen. Das zeigt eine neue Studie anhand von Patienten mit Manie. Die Forscher haben eine solche Diät auch an Mäusen erprobt. Das Ergebnis: Die Mäuse weisen dieselben Symptome auf und die Prozesse im Gehirn laufen ähnlich ab wie typischerweise bei einer bipolaren Störung.

    Da bleibt einem doch die Salami, der Fleischkäse oder der leckere Schwarzwälder Schinken glatt im Hals stecken: Hyperaktivität, Schlaflosigkeit und Aufmerksamkeitsstörungen, aber auch Euphorieschübe soll verarbeitetes Fleisch nämlich einer neuen Studie zufolge verursachen. Die Forscher von der John Hopkins Universität in Baltimore sprechen von einem Zustand der „Manie“, in den diese Produkte den Menschen versetzen. Schuld daran sind nach Ansicht der Forscher Nitrate – Salze, die bei der Verarbeitung eine wichtige Rolle spielen und auch im Verdacht stehen, Krebs zu erregen.

    Die Forscher fanden heraus, dass Menschen, die wegen einer manischen Episode im Krankenhaus behandelt werden, dreimal häufiger nitratreiches Fleisch gegessen hatten als Menschen, deren Krankenakte keinerlei psychische Störung aufzeigte. Ratten, die die Forscher einer Nitratdiät unterzogen, zeigten im Einklang mit diesem Befund ebenfalls ein manisch hyperaktives Verhalten.

    Als die Forscher die Ratten untersuchten, fanden sie in den nitratreich gefütterten Tieren eine andere Darmflora vor, also eine andere Besiedelung des Darmtrakts durch Bakterien. Diese variiert von Person zu Person, aber auch von Diät zu Diät. Die Forscher konnten auch zeigen, dass sich Prozesse im Gehirn der Tiere infolge der Diät verhindert hatten. Dabei wiesen die Veränderungen ein Muster auf, wie es für bipolare Störungen charakteristisch ist, die mit manischen und depressiven Phasen einhergeht.

    Die Studie liefert weitere Hinweise dafür, dass bestimmte Ernährungsweisen die Besiedelung des Darms und diese Besiedelung wiederum den Geisteszustand des Menschen beeinflusst. In anderen Worten: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Ernährung und Geisteskrankheit. Die Erkenntnisse könnten für die Entwicklung einer Diät verwendet werden, die das Risiko manischer Episoden lindern soll, teilt der Erstautor der Studie Robert Yolken mit.

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    Tags:
    Verzehr, Fleisch, Krebs, Depression, Medizin, psychische Störung, Gesundheit, Forschung