12:39 14 August 2018
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    ein Sarkophag, der Anfang Juli in Alexandria gefunden wurde

    Das Mysterium um den Riesensarkophag von Alexandria – Inhalt wirft neue Fragen auf

    © REUTERS / Mohamed Abd El Ghany
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    Anfang Juli wurde in Alexandria ein schwarzer Sarkophag gefunden. Nun ist der 25 bis 30 Tonnen schwere Steinsarg von Archäologen geöffnet worden. Der Inhalt scheint auf den ersten Blick unspektakulär.

    Es wurde kein Gold gefunden, auch keine gut einbalsamierte Mumie. Aufgrund der spektakulären Größe des Sarkophags aus schwarzem Granit wurde im Vorfeld gemutmaßt, dass ein Würdenträger aus dem 3. Jahrhundert vor Christus darin begraben sein könnte, vielleicht sogar Alexander der Große selbst.

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    „Wir haben Knochen von drei Menschen gefunden“, sagte Mostafa Waziri, Generalsekretär des ägyptischen Supreme Council of Antiquities, der obersten Denkmalpflegebehörde Ägyptens, nach der Öffnung. Vermutlich handelt es sich um ein Familiengrab pharaonischer Soldaten. „Die Mumien sind jedoch in einem sehr schlechten Zustand – nur noch einige Knochen sind vorhanden – da sich im Sarg auch Abwasser einer undichten Drainage angesammelt hatte. Schon als wir den Sargdeckel nur wenige Zentimeter angehoben hatten, trat uns ein entsprechend unerträglicher Geruch entgegen.“ Das Wasser sei ursprünglich wohl von einem nahegelegenen Gebäude gekommen und durch die rechte Seite des Sarkophags ins Innere gedrungen.

    „Einer der Schädel weist eine Fraktur auf, die durchaus von einem Pfeil stammen könnte“, berichtete Waziri. Die Knochen sollen nun weiter untersucht werden, um mehr Hintergründe zu ihrem Alter und zur Todesursache der drei Personen herauszufinden. Hilfreich könnte dabei auch der Alabasterkopf sein, der unweit des Sarkophags entdeckt worden ist. Dabei könnte es sich um das Abbild einer der im Sarkophag bestatteten Personen handeln. Die Gesichtszüge sind jedoch nicht zu erkennen, was an der starken Verwitterung liege.

    Bleibt immer noch die Frage, warum die drei Personen ausgerechnet in einem beeindruckenden, 30 Tonnen schweren, übergroßen – fast drei Meter langen und zwei Meter hohen – schwarzen Steinsarkophag unter die Erde gewuchtet worden sind.

    Waziri wies übrigens auch Befürchtungen zurück, durch das Öffnen des Sarkophags könne sich ein Fluch über die Bewohner der Stadt ausbreiten. „Wir haben ihn geöffnet und – Gott sei Dank – die Welt ist nicht in Dunkelheit versunken.“ Er habe als Erster seinen Kopf in den Sarkophag gesteckt, „und hier stehe ich vor Ihnen, und mir geht es gut“. Kenner von Mumienfilmen wissen allerdings, dass der Fluch der Pharaonen gelegentlich auch mehrere Monate oder Jahre braucht, um zuzuschlagen.

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    Tags:
    Fluch, Tod, Denkmal, Knochen, Grab, Sarkophag, Ägypten
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