07:01 16 November 2018
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    Supernova-Explosion (Archiv)

    Forscher entdecken Spuren von Supernova-Explosion nahe Sonnensystem

    CC BY 2.0 / NASA Goddard Space Flight Center / Crab Nebula
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    Eine internationale Gruppe von Astrophysikern hat unter Teilnahme der Nationalen Universität für Nuklearforschung MEPhI in Moskau eine Theorie vorgelegt, die den zu beobachtenden experimentell hohen Gehalt von Anti-Stoff (Positronen und Antiprotonen) in Weltraumstrahlungen im Ergebnis einer Supernova-Explosion in der Nähe des Sonnensystems erklärt.

    In den vergangenen Jahren wurden bei mehreren Experimenten Anomalien bei Spektren der Weltraumstrahlungen festgestellt. So wurde unter anderem ein hoher Strom von Antistoff (Positronen und Antiprotonen), Änderung des Verhaltens des Stroms von Protonen und Helium je nach ihrer Energie (was es bei einer einheitlichen Strahlungsquelle nicht geben dürfte) fixiert. Zudem wurden Anomalien in der Anisotropie (Ungleichmäßigkeit der Merkmale der Umgebung) festgestellt.

    Spuren von Supernova-Explosion
    © Foto : NRNU MEPhI
    Spuren von Supernova-Explosion

    Die Wissenschaftler haben etliche Modelle entwickelt, die einige dieser Anomalien erklären. Eine internationale Gruppe von Astrophysikern aus Russland, Frankreich und der Schweiz legte eine Theorie vor, die alle in der letzten Zeit festgestellten Anomalien der Weltraumstrahlungen erklärt.

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    Laut der neuen Theorie, an deren Entwicklung die Nationale Universität für Nuklearforschung MEPhI (Moskau, Russland), das Institut für Physik in Trondheim (Norwegen), die Abteilung für Astronomie der Universität Genf, die Universität Paris-Diderot (Paris, Frankreich) und das Observatorium der Sorbonne (Paris, Frankreich) teilnahmen, ist einer der Hauptgründe der Anomalien der Explosion einer Supernova nahe dem Sonnensystem.

    Wie einer der Verfasser der Theorie, die in der Zeitschrift Physical Review veröffentlicht wurde, MEPhI-Professor Dmitri Semikos, sagte, ereignete sich die „Explosion der Supernova vor etwa zwei bis drei Millionen Jahren in einer Entfernung von rund 220 bis 450 Lichtjahren vom Sonnensystem (was um das 50- bis 100-fache größer als die Entfernung bis zu dem der Sonne am nächsten liegenden Stern Proxima Centauri ist).“

    Laut dem Wissenschaftler zeigten die jüngsten Forschungen der Erdkruste auf dem Ozeanboden und des Mondgesteins eindeutig, dass vor etwa zwei Millionen Jahren nahe dem Sonnensystem eine Supernova explodierte. Ein Indikator des Zeitpunktes dieses Weltraumereignisses war der Gehalt von Ferrum-Isotop Fe60, das sich nur in Supernovae bildet.

    „Falls sich das beschriebene Ereignis wiederholen sollte, erwartet die Erde ein globaler Klimawandel und ein bedeutender Anstieg des Strahlungsniveaus. Falls die Supernova um das Zehnfache näher explodiert, werden die Folgen für das Leben auf unserem Planeten katastrophal sein“, sagte Semikos.

    „Je nach der Entfernung zur Supernova wird auf der Erde teilweise bzw. vollständig alles Leben ausgelöscht“, sagte der Professor.

    Zum Glück ereignen sich solche Vorfälle sehr selten. Supernova explodieren in Entfernungen von hunderten Parsec von der Erde etwa einmal in einigen Millionen Jahre. Tatsächlich lebensgefährliche Explosionen von Supernovae in Entfernungen von zehn Parsec ereignen sich einmal in einigen Milliarden Jahren.

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    Dmitri Semikos zeigte zuvor zusammen mit amerikanischen und europäischen Kollegen, dass der „Beschuss“ der Erde mit Weltraumstrahlungen wegen der Explosion der Supernovae aus einer Entfernung von 300 bis 600 Lichtjahren vor rund 3,2 beziehungsweise 8,7 Millionen Jahren die biologischen Uhren der Tiere beeinflussen und die biologische Evolution auf unserem Planeten wegen des starken Wachstums der Zahl von Mutationen wegen der gestiegenen Strahlung vermutlich beschleunigt haben. 

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    Tags:
    Entfernung, Entwicklung, Anomalie, Radioaktivität, Modelle, Supernova, Erde, Sonnensystem, Weltraum