23:31 16 November 2018
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    Mars (Symbolbild)

    Astronaut: Marsmissionen werden Opfer einfordern

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    Marsmissionen sind technisch machbar und werden in Zukunft stattfinden. Doch sie werden Opfer einfordern, warnt der Astronaut Scott Kelly. Dieser hat sich 2015 fast ein Jahr lang durchgehend auf der internationalen Raumstation ISS aufgehalten.

    Der Weltraum hat den Menschen schon immer fasziniert. Von Himmelsgottheiten über die Einflüsse von Sternkonstellationen auf den Menschen hin zur kopernikanischen Astronomie wurde diese Faszination im Lauf der Geschichte immer wissenschaftlicher. Schließlich kam es 1961 zum ersten Flug ins Weltall und 1969 zur Landung auf dem Mond.

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    Das neueste Ziel der Menschheit aber lautet: Mars. Der Rote Planet ist interessant, weil er über eine Atmosphäre und Temperatur verfügt, die Leben auf dem Planeten nicht ausschließen. Er würde sich zudem, so der Traum vieler, für eine Kolonialisierung durch den Menschen eignen. In den 2030er Jahren etwa will die Nasa den ersten bemannten Flug zum Mars starten. Aber auch der Unternehmer und Tesla-Gründer Elon Musk hat den Planeten fest im Blick.

    Der Kosmonaut Scott Kelly war vom März 2015 an mit seinem russischen Kollegen Michael Kornijenko knapp ein Jahr auf der internationalen Raumstation ISS, um dort die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper am eigenen Leib zu erfahren. Das Ergebnis: Sieben Prozent des Genmaterials des Astronauten waren nach diesem Aufenthalt verändert, die Muskelmasse hatte sich zurückentwickelt, dafür hatte die Körpergröße wegen der Schwerelosigkeit zugenommen. Zudem hatten seine Augen wegen des veränderten Drucks gelitten.

    „Auf dem Weg zum Mars beziehungsweise dort wird es katastrophale Risiken geben, die wir vermutlich akzeptieren werden“, sagt er im Gespräch mit dem Luft- und Raumfahrtmagazin Fliegerrevue. Er erklärt das damit, dass die Menschen sich den Ablauf nicht in allen Konsequenzen ausmalen können. Gewisse Hochrisikoszenarien etwa seien unwahrscheinlich, doch könnten Missionen auch ohne ihr Eintreten gefährdet werden. Es gebe andere, wahrscheinlichere Szenarien, die nicht in all ihre möglichen Folgen hinein analysiert sind. Anders gesprochen: Vieles bleibt aus unserer Sicht weiterhin dem Zufall überlassen. Deswegen ist sich der Astronaut sicher: „Ja, Menschen werden dabei wohl auch sterben. Aber eines Tages werden wir es dorthin schaffen.“

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    Ob das schon 2030 sein wird? Technologisch sei das machbar, findet der Astronaut. Aber sehr vieles hänge von den finanziellen Mitteln ab. Entscheidend für einen schnelleren Ablauf der Mission könnte auch der Fund von Wasser auf dem Planeten sein.

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    Astronauten, Opfer, Landung, Menschheit, Scott Kelly, Internationale Weltraumstation ISS, Weltraum, Mars