21:50 18 Oktober 2018
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    Riesiger wandernder „Schurkenplanet“ entdeckt

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    Ein US-Forscherteam um die Astrophysikerin Melodie Kao von der Arizona State University hat einen sogenannten Schurkenplaneten außerhalb unseres Sonnensystems ausfindig gemacht. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „The Astrophysical Journal“ veröffentlicht.

    Schurkenplaneten reisen ohne einen Stern durch den Raum und emittieren keinerlei Licht. Ursprünglich sind sie in einem Sternensystem entstanden, aber irgendwie entkommen.

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    Das Objekt, genannt SIMP J01365663 + 0933473, wurde ursprünglich im Jahr 2016 als einer von fünf Braunen Zwergen entdeckt, die die Wissenschaftler mit dem Very Large Array (VLA) Radioteleskop unter die Lupe nahmen. Braune Zwerge sind sogenannte Zwischenobjekte, also weder Planeten noch Sterne, die zwischen 13 und 80 Jupitermassen aufweisen.

    „Dieses Objekt befindet sich genau an der Grenze zwischen einem Planeten und einem braunen Zwerg, oder 'gescheiterter Stern' und gibt uns einige Überraschungen, die uns helfen können, magnetische Prozesse sowohl auf Sternen als auch auf Planeten zu verstehen“, sagte die leitende Forscherin und Absolventin des California Institute of Technology (Caltech) Kao. Ihre Stellungnahme wurde auf der Internetseite der National Radio Astronomy Observatory veröffentlicht.

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    SIMP J01365663 + 0933473 ist 20 Lichtjahre von der Erde entfernt und hat eine Oberflächentemperatur von etwa 825 Grad Celsius. Sein Magnetfeld ist um mehr als das 200-fache stärker als jenes von Jupiter. Die US-Studie gewährte sowohl die erste Funkerfassung als auch die erste Messung des Magnetfeldes bei möglicherweise einem Objekt planetarischer Masse jenseits des Sonnensystems.

    „Dieses besondere Objekt ist aufregend, weil die Untersuchung seiner magnetischen Dynamomechanismen uns neue Erkenntnisse darüber liefern kann, wie die gleiche Art von Mechanismen in extrasolaren Planeten – Planeten jenseits unseres Sonnensystems – funktionieren kann“, so Kao.

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    Laut der Dynamotheorie ist ein Dynamomechanismus für das Entstehen des Magnetfeldes mehrerer astronomischer Objekte verantwortlich, schreibt das Portal Welt der Physik. Strömungen elektrisch leitfähiger Materie (Plasma) rufen beim Durchqueren eines vorhandenen schwachen Magnetfelds durch Induktion elektrische Ströme hervor, die ihrerseits wieder Magnetfelder erzeugen. Dadurch soll es zu einem wechselseitigen Hochschaukeln kommen und es treten messbare Magnetfeldstärken auf.

    „Wir denken, dass diese Mechanismen nicht nur in braunen Zwergen, sondern auch in Gasriesen und terrestrischen Planeten funktionieren können“, meint die US-Wissenschaftlerin.

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    Himmelskörper, Magnetfeld, Recherche, Forscher, Studie, Planet, Forschung, Wissenschaft, Weltall, Weltraum, USA