07:23 18 Oktober 2018
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    Salz (Symbolbild)

    Forscher zerstören Mythos über den Schaden von Salz

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    Kanadische Forscher haben festgestellt, dass ein gemäßigter Verzehr von Salz für das Herz- und Kreislaufsystem des Menschen nützlich sei.

    Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, die Tagesdosis auf zwei Gramm Natrium, was fünf Gramm Salz entspricht, zu reduzieren. Sie meint, dass sich wegen dieses Stoffes der Blutdruck erhöhe und somit das Risiko eines Herzinfarkts steige. In einer vom Magazin „Lancet“ veröffentlichten Studie behaupten Forscher, dass sich das Salz in dieser Hinsicht kaum von anderen Lebensmitteln unterscheide.

    Forscher, die die Urinproben, die Blutdruckwerte und andere Indexe von mehr als 90.000 Menschen aus 300 Gemeinschaften in 18 Ländern studiert haben, haben dabei herausgefunden, dass eine Verbindung zwischen dem hohen Salzverbrauch und den Herzkrankheiten nur in China existiere. Dort ist die Soja-Soße sehr beliebt: ihretwegen bekommt jeder Chinese im Durchschnitt fünf Gramm Natrium (12,5 Gramm Salz) pro Tag. Zudem sei festgestellt worden, dass ein zu niedriger Gehalt dieses Stoffes im Organismus mit einem hohen Infarkt-Risiko verbunden sei.

    „Unsere Studie lässt die Behauptung zu, dass bei einem mäßigen Niveau des Verbrauchs das Natrium für die Gesundheit des Herz- und Kreislaufsystems nützlich sein kann. Dabei kann dieser Stoff auch schaden – wenn davon zu viel oder zu wenig im Organismus vorhanden ist. Diese Bilanz ist für einen jeden nahrhaften Stoff natürlich“, betonte Professor Andrew Meite vom Institut für Gesundheitsstudien der Bevölkerung in Kanada.

    Der Co-Autor der Studie, Martin O’donnell, behauptet, dass ein zu hoher Natriumverzehr – über fünf Gramm pro Tag – für die Gesundheit schädlich sei, allerdings sei das Maß des Verbrauchs dieses Stoffes meistens nicht mit einem erhöhten Risiko der Herzerkrankungen verbunden.

    Dieselbe Forschergruppe hatte bereits 2016 eine Studie mit ähnlichen Schlussfolgerungen veröffentlicht. Aber damals wie heute hatten ihre Kollegen diesbezüglich scharfe Kritik geäußert. Der Hauptvorwurf der Kritiker bestand darin, dass sie den Natriumgehalt im Urin nicht genügend gemessen haben sollen: den Opponenten zufolge müssten die Urinproben im Laufe des Tages und nicht nur morgens abgenommen werden, wie dies Meite und seine Kollegen gemacht haben sollen. In der Logik der Forscher hätte man zudem eine Verletzung der Ursache-Folge-Zusammenhänge gefunden. Der Professor Graham McGregor von der University of London Queen Mary betonte, dass Personen getestet worden seien, die tatsächlich wenig essen und weniger Salz bekommen, doch die Ursache ihres Todes sei eine Krankheit, nicht aber ein niedriges Maß des Natriumverzehrs gewesen.

    Die Opponenten zu versöhnen, half ein anderer nahrhafter Stoff, dessen Gehalt von den Forschern gemessen wurde – Kalium. Eine Analyse zeigte, dass dieses im Gemüse und Obst enthaltene Element helfe, die Diät auszugleichen und die Risiken für Erkrankungen zu senken.

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    Tags:
    Herzerkrankungen, nahrhafte Stoffe, schädlich, Natriumgehalt, Salz, University of London Queen Mary, Institut für Gesundheitsstudien der Bevölkerung in Kanada, Magazin "Lancet", Weltgesundheitsorganisation (WHO), Graham McGregor, Martin O'donnell, Andrew Meite, Kanada, China