00:40 23 September 2018
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    „Zombie-Gen“ als Heilmittel gegen Krebs? US-Studie gibt Hoffnung

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    Forscher von der University of Chicago haben festgestellt, dass ein spezielles „Zombie-Gen“ in Elefanten die Tiere vor Krebs schützt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse der Studie in der Fachzeitschrift „Cell Reports“.

    Demzufolge können Elefanten im Durchschnitt etwa genauso alt werden wie Menschen – knapp 70 Jahre. Im Vergleich zu den Menschen haben sie etwa hundertmal so viele Zellen, die sich potenziell in einen Krebs verwandeln können. Jedoch sterben nur fünf Prozent der Elefanten an einer onkologischen Erkrankung, während bei Menschen diese Zahl bei 17 Prozent liegt, schreibt das Portal Science Alert unter Berufung auf eine Studie aus dem Jahr 2015.

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    Auf dieses Geheimnis wurde ein Forscher-Team um Dr. Vincent Lynch von der University of Chicago aufmerksam. Eine genetische Analyse ergab: Sowohl bei Menschen als auch bei Elefanten spielt das Gen p53 eine zentrale Rolle in der Regulation der Krebsabwehr.

    Nun entdeckten die Wissenschaftler, dass p53 bei Elefanten eine zusätzliche Funktion aufweist. Es aktiviert nämlich ein Gen, das bei den meisten anderen Säugetieren durch eine Mutation zum Pseudogen geworden ist und nicht mehr funktioniert. Es gehört zu einer Familie namens LIF („leukemia inhibitory factor“, Leukämiehemmender Faktor), von der die meisten Säugetiere nur ein Exemplar im Genom haben.

    Elefanten sollen einen Weg gefunden haben, eine nicht funktionierende Kopie des LIF-Gens (LIF6) wieder zu aktivieren. Dies ist auch der Grund, warum die Forscher dem Gen den Spitznamen Zombie-Gen gaben: Es erwachte quasi von den Toten.

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    Science Alert bezeichnet das „Zombie-Gen“ als „Auftragskiller“. Nachdem es bei Krebsalarm von p53 eingeschaltet worden ist, wird LIF6 in den Mitochondrien aktiv, wo es den programmierten Tod, auch Apoptose genannt, der gefährlichen Zelle auslöst.

    Die Wissenschaftler planen nun die Fähigkeit des Elefanten, Krebs zu widerstehen, auf die menschliche Biologie zu übertragen.

    „Vielleicht können wir Wege finden, um Medikamente zu entwickeln, welche die Aktivitäten von LIF6 in Elefanten nachahmen, oder Krebszellen dazu bringen, ihre vorhandenen Zombie-Versionen des LIF-Gens anzuschalten“, zitiert das Portal Scimex Lynch.

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    Zellen, Heilung, Mittel, Wissenschaftler, Krebs, Gen, Medikamente, Chicago, USA