00:14 12 Dezember 2018
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    Mumie (Symbolbild)

    Forscher lüften Mumifizierungs-Geheimnis des Alten Ägyptens

    CC BY 2.0 / Jim, the Photographer / Mummy
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    Eine internationale Forschergruppe hat festgestellt, auf welche Weise die alten Ägypter die Leichen einbalsamiert haben. Darüber hat die britische Medienkorporation BBC am Donnerstag berichtet.

    Die Ergebnisse seien in vollem Umfang in der Fachzeitschrift „Journal of Archaeological Science“ veröffentlicht. Die Archäologen hätten bestätigt, dass die Mumifizierungstechnik viel älter sei als bisher vermutet. Dies hätten sie nach einer Reihe von chemischen Tests an einer Mumie festgestellt, die im Ägyptischen Museum von Turin aufbewahrt werde. Die einbalsamierte Leiche datiere auf den Zeitraum 3700-3500 v. Chr.

    Laut den in den Untersuchungen angeführten Angaben hätten zur Konservierungssubstanz schon vor 4000 Jahren hauptsächlich Pflanzenöl (möglicherweise Sesamöl), Pflanzen- oder Wurzelessenz (wahrscheinlich die des Schilfrohrs), Pflanzengummi (angeblich das Akazienextrakt), Nadelbaumharz (höchstwahrscheinlich das der Kiefer) gehört. Das Harz gemischt mit dem Pflanzenöl habe anscheinend antibakterielle Eigenschaften gehabt und die Verwesung der Leiche verhindert.   

    Laut dem Forscher Dr. Stephen Buckley ist es den Wissenschaftlern endlich gelungen, eine für solche Experimente geeignete Mumie zu finden. Das hätte geholfen, das Entstehen des Mumifizierens zu verfolgen.      

    Die Arbeit habe mit der Untersuchung der Binden begonnen, die bei der Einbalsamierung verwendet wurden. Diese Artefakte würden im Bolton Museum aufbewahrt (Grafschaft Greater Manchester).  Die Forscher hätten festgestellt, dass der Binden-Stoff ungefähr um 4000 v. Chr. angefertigt worden war, obwohl man laut Buckley früher geglaubt habe, dass man im Alten Ägypten mit der Einbalsamierung erst während des Baus der Cheopspyramide um 2600 v. Chr. begonnen habe. „Jedoch haben wir Beweise entdeckt, die davon zeugen, dass man mit der Leichenkonservierung früher begonnen hat“,  so der Archäologe.  

    Diese Entdeckung habe die Forscher dazu veranlasst, eine durch nichts „verschmutzte“ Mumie aus dem Turiner Museum zu untersuchen, die nie einer zusätzlichen Bearbeitung zwecks ihrer Bewahrung als Exponat ausgesetzt worden war. „Aufgrund der gleichzeitigen Anwendung von visueller Besichtigung, genetischen Untersuchungen, einer Radiokohlenstoffdatierung und einer Mikroskop-Analyse der Flachsbinden haben wir bestätigt, dass gerade diese Mumifizierung ca. 3600 v. Chr. unternommen wurde“, so Dr. Jana Jones, die Ägyptologin an der Macquarie University in Sydney. Im Laufe der Untersuchungen seien das Geschlecht und das Alter der einbalsamierten Leiche festgestellt worden, erläuterte sie. Es sei ein Mann gewesen, der im Alter von 20 bis 30 Jahren gestorben sei, ergänzte die Forscherin.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: 1000 Jahre älter als Ägyptische Pyramiden: Grab in Russland gibt Rätsel auf

     

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    Tags:
    Leiche, Museum, Ägypten