12:19 14 Dezember 2018
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    Vulkanische Aktivität (Symbolbild)

    Es war einmal in Sibirien: Forscher lüften Ursache größten Aussterbens der Geschichte

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    Ein Team aus Wissenschaftlern des Zentrums für Petrografische und Geochemische Forschung in Frankreich will den Grund des verheerendsten Massenaussterbens in der Erdgeschichte gefunden haben. Über die Ergebnisse der Studie berichtet das Fachportal Science Alert.

    Vor etwa 252 Millionen Jahren trat das Perm-Trias-Ereignis ein, das zum Aussterben von bis zu 96 Prozent aller marinen Arten und 70 Prozent aller terrestrischen Wirbeltiere führte.

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    Die vulkanische Aktivität sei so intensiv gewesen, schreibt Science Alert, dass sie eine riesige Region vulkanischen Gesteins hinter sich gelassen habe, bekannt als der Sibirische Trapp, oder Flutbasalt.

    „Das Ausmaß dieses Aussterbens war so unglaublich, dass Wissenschaftler sich oft gefragt haben, was die sibirischen Flutbasalte so viel tödlicher machte als andere ähnliche Eruptionen“, so der Geologe Michael Broadley.

    Während des Aussterbens an der Perm-Trias-Grenze soll sich die Erde wesentlich erwärmt haben, was gewöhnlich auf die Freisetzung großer Mengen flüchtiger Stoffe wie Kohlendioxid durch vulkanische Aktivität zurückgeführt werde. Dies habe die Ozonschicht verdünnt, wodurch viele Pflanzen steril geworden seien.

    „Dennoch“, zitiert Science Alert den Forschungsartikel, „ist die Menge an flüchtigen Stoffen, die aus den sibirischen Flutbasalten erwartungsgemäß freigesetzt werden konnten…, nicht ausreichend, um die Umweltdegradation und Klimaschwankungen zu erklären, die während der Krise im späten Perm stattgefunden hatten“.

    Broadleys Team glaubt aber, die Herkunft der zusätzlichen flüchtigen Stoffe gefunden zu haben. Seinen Untersuchungen zufolge waren sie in der äußersten Schicht der Erde – der Lithosphäre – verborgen.

    Die Forscher untersuchten Xenolithe – Einschlüsse von älteren Nebengesteinen im Vulkanit des sibirischen Trapps. Die älteren Gesteine, die noch vor der PT-Grenze entstanden waren, enthielten große Mengen von Halogenen, insbesondere Chlor, Brom und Jod.

    Aber der Vergleich mit den jüngeren, 160 Millionen Jahre alten Xenolithen habe eine starke Reduktion dieser Halogene gezeigt. Dies lasse vermuten, dass etwas Monumentales stattgefunden haben muss, um sie aus dem Gestein auszulösen –  wie zum Beispiel ein gewaltiger Vulkanausbruch.

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    Gemäß den Berechnungen des Forschungsteams kamen bis zu 70 Prozent der flüchtigen Bestandteile in der Eruptionswolke aus der Lithosphäre heraus. Dies könnte die Zerstörung der Ozonschicht und die folgende beispiellose Verwüstung an der PT-Grenze erklären.

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    Tags:
    Petrographie, Vulkanologie, Geologie, Trias, Perm, Aussterben, US-Fachblatt "Science Alert"