16:49 23 September 2018
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    „Klimabombe“ in Arktis entdeckt

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    Eine Forschergruppe von der Yale University hat eine gewaltige Menge von erwärmtem Wasser unter der Oberflächenwasserschicht entdeckt, die die Eisbedeckung des nördlichen Polargebietes bedroht. Darüber berichtet die wissenschaftliche Nachrichtenwebseite Science Alert am Donnerstag.

    Demnach stellten Ozeanographen in ihren Studien eine wesentliche Erwärmung im Kanadischen Becken fest. So habe sich die Wärmemenge im wärmsten Teil des Wassers im Zeitraum 1987 bis 2017 verdoppelt. Dies sei auf eine „anomale solare Erwärmung" des Oberflächenwassers in der nördlichen Tschuktschensee zurückzuführen, die das Kanadabecken speise.

    Die Klimaerwärmung verursache das Schmelzen des Meereises im Gebiet zwischen der Tschuktschen-Halbinsel und Alaska. Das Gewässer werde dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt, erwärme sich und bewege sich in Richtung Norden, getrieben von einem Windstrom, der als Beaufortwirbel bezeichnet werde.

    Dieses erwärmte Wasser sinke dann unter die kältere Schicht im Kanadischen Becken, indem es in die Arktis fließe. Allerdings könne die seit den drei zurückliegenden Jahrzehnten erwärmte Wassermenge zu einer „tickenden Zeitbombe" werden. Die Wärme werde einmal an die Oberfläche kommen und die Eisbedeckung beeinträchtigen, warnen die Forscher.

    Die Wissenschaftler sehen zwar zurzeit keine unmittelbare Bedrohung. Allerdings könnten starke Winde die Wasserschichten vermischen oder ein Anstieg des Salzgehaltes zum Abschmelzen des arktischen Eises beitragen.

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    Eis, Erwärmung, Alaska, Tschuktschensee, Arktis