17:44 22 September 2018
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    Außerirdisches Leben: Populäre Hypothese widerlegt

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    Forscher an der Chicago University und der University of Pennsylvania (USA) haben die populäre Vermutung bestritten, dass Ozean-Planeten, das heißt Planeten, deren Oberfläche vollständig von Wasser bedeckt ist, für das Leben nicht geeignet seien. Das geht aus einer Pressemitteilung auf dem Portal „Phys.org“ hervor.

    Für das Leben ist bekanntlich flüssiges Wasser notwendig, dessen Vorräte während einer dauernden, für eine Evolution ausreichenden Zeitperiode groß genug sein müssen, so die Mitteilung. Da sich das Klima ab und zu in einem gravierenden Wandel befindet, brauchen lebende Organismen laut der Hypothese auch noch geochemische Zyklen, die beispielsweise eine Balance zwischen Vulkanausbrüchen und der Fixierung atmosphärischer Gase durch Gesteine aufrechterhalten. Viele Wissenschaftler vertreten daher die Auffassung, dass die Ozean-Planeten leblos seien, weil auf ihnen viele Stoffwechselvorgänge fehlten.

    Wie die vorliegende Studie jedoch ergeben hat, seien für das Leben nicht immer geochemische Zyklen notwendig. Die Forscher haben in Bezug auf felsige Planeten mehrere Szenarien erstellt, welche Temperaturwandel und Veränderungen der chemischen Zusammensetzung von Ozeanen im Laufe von Jahrmilliarden simulieren. Es stellte sich heraus, dass recht viele Wasserwelten seit dem Beginn ihres Bestehens dauernd stabile und lebensgünstige Bedingungen sicherstellen können. Das dürfte daran liegen, dass der Ozean Druck auf die Erdkruste ausübt, was den Stoffwechsel zwischen dem Erdmantel und der Hydrosphäre erschwert.
    Exoplanete (Symbolbild)
    © AP Photo / Jin Ma/Beijing Planetarium/The Kavli Foundation

    Die Existenz lebender Organismen auf den Ozean-Planeten hängt also nicht von geochemischen Zyklen ab, sondern von der anfänglichen Verteilung von Kohlenstoff und anderen Stoffen zwischen der Wasserhülle, der Atmosphäre und der Erdkruste. Damit nicht genug: Ein Roter Zwerg könnte innerhalb eines Systems mit einem solchen Planeten die Rolle eines Elterngestirns übernehmen. Rote Zwerge wärmen nämlich weniger extrem, als die Sonne, und bieten daher mehr Zeit für die Entwicklung von Leben.

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    Tags:
    Planeten, Ozean, Leben, Studie, Wasser, Fachportal "Phys.org", University of Pennsylvania