21:37 15 November 2018
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    Beladung eines E-Autos

    Wie grün sind Elektro-Autos wirklich? Schweizer haben es berechnet

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    Valentin Raskatov
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    Elektro-Autos sind zwar die geringsten Sünder unter den Privatfahrzeugen – auch wenn ihre Produktion energie-intensiver ist. Aber nur unter der Voraussetzung, dass der Strom-Mix stimmt. Das hat eine Schweizer Studie unter Einbeziehung aller Faktoren gezeigt.

    Elektro-Autos sind keine Seltenheit mehr. Gerade in Zeiten von Diesel-Affären und hohen Stickstoffbelastungen in großen Städten sind sie eine erfrischende Alternative. Denn ihnen fehlt schlichtweg der Auspuff, aus dem die Gase austreten, die für den menschlichen Anteil am Klimawandel verantwortlich gemacht werden und nicht zuletzt auch auf die Gesundheit der Bürger schlagen.

    Dennoch gibt es eine Debatte darüber, wie umweltfreundlich E-Autos wirklich sind. Schließlich, so argumentieren die Kritiker, ist die Herstellung der Fahrzeuge viel energie-intensiver. Dabei entsteht zum Beispiel das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid, das an anderer Stelle eingespart wird. Am Ende könnte sich das E-Auto als eine angenehme Fassade entpuppen, hinter der aber mehr Treibhausgase entstehen als beim Benziner. Die Befürworter dagegen sind sich sicher, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen und dass die Bilanz am Ende stimmt.

    Nun haben Wissenschaftler vom Schweizer Paul Scherrer Institut (PSI) diese Frage in einer Studie gelöst, die alle Aspekte mit einbezieht, von der Produktion über den Betrieb bis zur Entsorgung des Fahrzeugs. Sie verglichen dabei Benziner, Dieselfahrzeuge mit Batterie- und wasserstoffgetriebenen Brennzellen-Autos. Das Ergebnis dieser Studie:

    Elektro-Autos schneiden am besten ab – allerdings nur dann, wenn sie mit CO2-armem Strom gefüttert werden. Nach rund 50.000 Kilometern hat das Fahrzeug die Emissionen bei der Herstellung kompensiert. Wenn allerdings der Strom für die Elektro-Autos anderswo aus Gas gewonnen wird, schneiden sie etwas schlechter als Diesel-Fahrzeuge ab. Ähnliches gilt auch für Brennzellen-Autos: Wird der Wasserstoff unter Verwendung CO2-armer Quellen hergestellt, schneiden auch sie deutlich besser ab als Benzin-, Diesel- und Gasfahrzeuge. Im anderen Fall übertreffen sie mit ihren Emissionen nicht nur Dieselfahrzeuge, sondern auch Benziner.

    Was also schon oft betont wurde, wurde bestätigt: Der Strom-Mix muss stimmen, damit Elektro-Autos und Brennzellen-Autos einen Unterschied machen. Stammt der Strom aber überwiegend aus erneuerbaren Energien, dann produzieren Elektro-Autofahrer tatsächlich weniger schädliche Abgase.

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    Tags:
    Herstellung, Studie, Brennstoff, Gas, Erneuerbare Energien, Klimawandel, CO2-Emissionen, Treibhauseffekt, Dieselgate, Diesel-Affäre, Abgasen, Bilanz, Ökologie, Umwelt, Elektromobil, Elektrisches Auto, E-Auto, Schweiz