18:08 10 Dezember 2018
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    Studie zeigt: So einfach schützt man sich vor Schlaganfall

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    Ein halbstündiger täglicher Spaziergang kann laut Forschern die Wahrscheinlichkeit eines Frühtodes wegen Gehirnschlägen und gefährliche Folgen derartiger Blutergüsse reduzieren. Dies ist einem Artikel im Fachmagazin „Neurology“ zu entnehmen.

    „Wir finden immer mehr Beweise dafür, dass die physische Aktivität das Gehirn vor Krankheiten und Verletzungen schützt, und unsere Arbeit  ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme geworden. Wir brauchen längere Beobachtungen und Experimente, um zu verstehen, warum das Niveau der physischen Aktivität die Schärfe der Gehirnschlagfolgen beeinflusst“, erzählt Katharina Sunnerhagen von der University of Gothenburg in Schweden.

    Die Zellen des menschlichen Körpers und anderer Lebewesen brauchen für ein normales Leben einen ständigen Zustrom von Nährstoffen und Sauerstoff. Viele von ihnen können eine ziemlich lange Zeit ohne Sauerstoff auskommen — einige Dutzend Minuten oder gar Stunden, aber im Endergebnis wird der  Sauerstoffmangel zur Zerstörung der Mitochondrien, der „Zellenkraftwerke“, und zu anderen Störungen im Funktionieren der Zellen führen, was ihren Massentod bewirken kann.

    Am anfälligsten sind in dieser Hinsicht die Gehirnzellen – der Sauerstoffhunger führt bereits nach wenigen Minuten zu sehr ernsten Folgen, die in der Regel nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Derartige Veränderungen können sowohl während der „großen“ Gehirnschläge als auch bei weniger ernsthaften Problemen des Funktionierens der Blutgefäße des Gehirns auftreten.

    Sunnerhagen und ihre Kollegen entdeckten für sich eine einfache Schutzweise vor den gefährlichsten Folgen der Gehirnschläge, indem sie die Daten studierten, die die Klinik der Universität während der Behandlung von Patienten gesammelt hatte, die kürzlich von Insulten betroffen waren.

    Insgesamt gelangten in diese Klinik etwa 2300 Patienten, die erst vor kurzem einen Insult erlitten und eine Nachsorgebehandlung bekamen. Die Ärzte beschäftigten sich mit der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Gehirns und der Gliedmaßen ihrer Patienten und studierten parallel ihre Diät,  ihre Lebensweise und andere Faktoren, die potentiell mit der Entwicklung der Probleme beim Funktionieren der Blutgefäße des Gehirns verbunden sind.

    Wie sich herausstellte, war der Risikohauptfaktor bei der Entwicklung der schwersten Gehirnschlagformen und aller derartigen Anschläge im Allgemeinen das Ausbleiben einer physischen Aktivität und die sitzende Lebensweise. Im Durchschnitt hatten sie 1,2mal öfter an Blutergüssen ins Gehirn gelitten als ihre Altersgefährten, die regelmäßig physische Übungen gemacht hatten.

    Den Ärzten zufolge hätte man die meisten unangenehmen Folgen der Insulte vermeiden können, wenn man ungefähr vier Stunden pro Woche oder eine halbe Stunde pro Tag den Spaziergängen und leichten Körperübungen widmen würde.

    Wie Sunnerhagen betont, zeugen ihre Schlussfolgerungen nicht davon, dass Spaziergänge und Gymnastik die  Haupt- oder sogar einzigen Gründe dafür waren, warum aktive Menschen seltener von den schweren Formen der Insulte betroffen sind. In absehbarer Zeit wollen die Forscher überprüfen, ob dies tatsächlich so sei, wobei sie breitere Menschengruppen beobachten würden.

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    Tags:
    Spaziergänge, Sauerstoffhunger, Zellenkraftwerke, Gehirnschlag, Schutz, Gymnastik, University of Gothenburg, Schweden, Fachmagazin "Neurology", Katharina Sunnerhagen, Schweden