13:38 17 Oktober 2018
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    Oktopuss (Symbolbild)

    Okto-Bussi? Wie man Killer-Kraken weichklopft

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    Grundsätzlich können Oktopusse einander nicht ausstehen. Durch Ecstasy werden sie jedoch gesellig, zutraulich und verspielt, wie das Fachblatt „Current Biology“ schreibt.

    Nicht selten kommt es vor, dass die untereinander als sehr böswillig geltenden Oktopusse sich gegenseitig fressen. Auch die Paarung läuft alles andere als romantisch ab: Das Männchen übergibt „bloß sein Sperma und verschwindet so schnell wie möglich. Denn würde es bleiben, würde ihn das Weibchen attackieren“, erklärt Neurowissenschaftlerin Gül Dölen, die Leiterin der Studie an der John Hopkins Universität in Baltimore, USA, laut deutschsprachigen Medien.

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    Herausgefunden werden sollte, inwiefern MDMA – der Grundstoff für Ecstasy – das soziale Verhalten von Kraken verändert. Daraus sollen auch Rückschlüsse auf Menschen gezogen werden.

    Das Ergebnis ist laut der am 20. September veröffentlichten Studie: Kraken können eindeutig sozial werden!

    Für die Untersuchung kam ein Aquarium mit drei verbundenen Kammern zum Einsatz. Die erste war leer, in der zweiten befand sich eine Spielzeugfigur und in der dritten ein aus Sicherheitsgründen in einem Käfig untergebrachter Oktopus. Vier Kraken wurden in einen Glasbecher gesetzt, in den verdünntes MDMA hinzugefügt wurde. Die Tiere nahmen den Stoff über die Kiemen auf und wurden „high“. Im zugedröhnten Zustand widmeten sie dem gefangenen Kraken in dem Untersuchungsbecken – jeweils getrennt – viel mehr Aufmerksamkeit und legten ein ganz anderes Verhalten an den Tag.

    Nüchtern agierten sie zurückhaltend und streckten nur einen Tentakel nach ihm aus. Die Droge bewirkte, dass sie entspannter und fröhlicher wurden. „Sie umarmten quasi den Käfig und exponierten Körperteile, die sie sonst nie einem anderen Oktopus zeigen.“  „Einige waren sehr verspielt, machten akrobatische Bewegungen im Wasser oder fummelten längere Zeit am Luftausströmer [Anm.: das Gerät, das Luft ins Aquarium bläst] herum“, zitieren Medien.

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    Das Ergebnis überrascht. Denn die hochintelligenten Tiere – etwa können Oktopusse Glasdosen öffnen, um an Nahrung zu gelangen – haben ein ganz anderes Gehirn als Menschen, aber offensichtlich eine ähnliche Hirnchemie. Nun hofft Dölen, dass die Studie Forschungen zu psychiatrischen Medikamententherapien bei Menschen und vor allem bei Autismus-Patienten vorantreiben wird.

    Übrigens sind die Kraken nach dem Experiment wohlauf und werden sich den Forschern zufolge auch künftig problemlos fortpflanzen können.

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    Tags:
    Forscher, Ecstasy, Drogen, Kraken, USA