03:09 17 Oktober 2018
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    menschliches Skelett (Symbolbild)

    Geheimnis der Gräber mit verstümmelten Skeletten gelüftet

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    Alte Grabstätten mit verstümmelten Skeletten in Süd- und Mittelamerika sind laut den Forschern des Smithsonian Tropical Research Institute in Panama keine Beweise für blutige Riten und massive Opferungen von Indianern. Die entsprechende Studie ist auf dem Fachportal „Science Alert“ veröffentlicht.

    Demnach hätten die Forscher die Erklärungsversion des amerikanischen Archäologen Samuel Lothrop widerlegt, die seit 50er Jahren gegolten hätte. Der Forscher hatte während der Ausgrabungen 1951 einen alten Friedhof  in der Ortschaft Playa Venado entdeckt. Zuerst seien dort 202 Skelette gefunden worden, die die Wissenschaftler auf 550 bis 850 n. Ch. datiert hätten. Später sei es gelungen, weitere 167 Überreste zu finden.    

    1954 hätte der Archäologe die Beschreibung des Begräbnisses veröffentlicht und darin geschlussfolgert, dass die entdeckten Überreste davon zeugen würden, dass jene Menschen geopfert worden seien. Lothrop vermutete, es habe massenweise Enthauptungen und Kannibalismus gegeben.      

    Während eines neuen Experiments hätten die Forscher des Smithsonian Tropical Research Institute weitere 77 Skelette untersucht und die Archivdokumente sowie die Feldnotizen und Aufnahmen analysiert, die während der Expedition von Lothrop gemacht worden waren.   

    Es habe sich herausgestellt, dass die Menschen sich die meisten Verletzungen vor dem Tod zugezogen hätten, dabei seien viele Wunden bereits lange vor der Beerdigung verheilt gewesen. Die offenen Kiefer bei Skeletten, die Lothrop als ein Zeichen dafür bewertet hätte, dass die Menschen lebendig begraben worden seien, hätten die Forscher als Folge einer gewöhnlichen Muskelentspannung nach dem Tod bezeichnet.

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    Darüber hinaus zeugt laut den Forschern die chaotische Lagerung der Skelette nur davon, dass die Einheimischen Panamas eine sekundäre Bestattung von Überresten der adligen Menschen pflegten, die zuvor in provisorischen Gräbern beigesetzt worden waren.   

    Die Ergebnisse der Analyse würden mit anderen Studien über die Bestattungspraxis der Bewohner des präkolumbischen und kolonialen Panamas übereinstimmen, was die Fehlerhaftigkeit der Schlussfolgerungen von Lothrop bestätige, resümieren die Wissenschaftler.

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    Tags:
    Expedition, Skelett, Experiment, Archäologen, Panama