01:54 19 November 2018
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    Ratte (Symbolbild)

    Mit lebender Ratte drin: Russen präsentieren neues Gerät für Krebs-Früherkennung

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    Russische Forscher haben als Erste in der Welt ein Gerät mit einer Ratte drin geschaffen, das ermöglicht, Lungenkrebs und Tuberkulose im Frühstadium zu diagnostizieren. Dies teilte gegenüber Medien der Vize-Generaldirektor des Fonds für perspektive Forschungen, Alexander Panfilow, mit.

    „Unser Diagnostiksystem ermöglicht es, Lungenkrebs im ersten oder zweiten Stadium während einer kurzen Zeit festzustellen. Der Mensch atmet, und das System bestimmt, ob der Verdacht auf Krebs da sei. Die Wahrscheinlichkeit der Diagnostizierung von Lungenkrebs im zweiten und dritten Stadium ist hoch genug – über 90 Prozent“, sagt Panfilow.

    Darüber hinaus könne das System ziemlich effektiv auch Tuberkulose diagnostizieren – entsprechende Experimente seien gemeinsam mit dem Onkologischen Zentrum in Rostow durchgeführt worden. Zudem bestehe eine Vereinbarung mit dem Gebiet Nowgorod zur Approbation dieser Technologie in der Region. Aber es müsse noch die komplizierte Zertifizierung der medizinischen Ausrüstung durchgeführt werden.

    „Wir haben ein biohybrides System. Als Detektor verwenden wir eine Ratte. In diese Ratte werden auf eine spezielle Weise Elektroden implantiert und somit ein mathematisches Gerät geschaffen, das es ermöglicht, die Biorhythmen zu entziffern, die sich im Ergebnis der Einwirkung auf die Rezeptoren der Ratte jener Marker bilden, die die Menschen bei Krebserkrankungen in die Luft ausatmen“, erläuterte der Forscher.

    Ihm zufolge erzeugt das System nach der Entzifferung der Biorhythmen der Ratte ein Signal, das für die hohe Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung steht. Dabei nimmt die Diagnostizierung der Erkrankung bei einem Menschen weniger als fünf Minuten in Anspruch. Die Wissenschaftler haben sich jedoch das Ziel gesetzt, die Zeit für die Diagnostik bis auf eine Minute zu reduzieren, was noch nicht die Grenze sei.

    „Solche Systeme werden in der Welt entwickelt, aber wir haben wahrscheinlich doch das erste solche System geschaffen, das funktioniert. Dafür wurden speziell geschulte Hunde eingesetzt, die den Erkrankten beschnuppert und gezeigt hatten, dass hier Krebs festgestellt werden kann. Das Gleiche erfolgt auch mit den Ratten. Wir haben das Ganze automatisiert, was für die Durchführung von großangelegten Aktionen zur  Vorsorgeuntersuchung äußerst wichtig ist“, betonte Panfilow.

    Laut dem Vizechef des Fonds für perspektive Forschungen sind die modernen Methoden der Krebsdiagnostik ziemlich arbeitsaufwendig, und in der Regel wenden sich die Erkrankten erst in späten Stadien an die Ärzte, wo die Behandlung schon wenig effektiv ist.

    Der Fonds für perspektive Forschungen wurde 2012 zur Förderung von wissenschaftlichen Forschungen und Entwicklungen im Interesse der Verteidigung und Sicherheit des Landes geschaffen. Die Aktivitäten in dem Fonds werden in drei Hauptrichtungen geführt – in der chemisch-biologischen und medizinischen, physikalisch-technischen und IT-Richtung. Ende 2015 wurde in der Struktur des Fonds das Nationale Zentrum für Entwicklung von Technologien und Basiselementen der Robotertechnik gegründet. Zurzeit arbeitet der Fonds an mehr als  50 Projekten, für die mehr als 40 Labors an den führenden Universitäten, Forschungsinstituten und Verteidigungsbetrieben geschaffen worden sind.

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    Tags:
    Diagnostizierung, Vorsorgeuntersuchung, Tuberkulose, Lungenkrebs, Onkologisches Zentrum in Rostow, Fonds für perspektive Forschungen, Alexander Panfilow, Gebiet Nowgorod, Rostow, Russland