22:13 18 November 2018
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    Materiewolke an der Grenze zu einem Schwarzen Loch

    Schwarzes Loch verschluckt Gaswolke – Forschern gelang spektakuläre Aufnahme

    © Foto : ESO/Gravity Consortium/L. Calçada
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    Valentin Raskatov
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    Wissenschaftler haben zum ersten Mal eine Materiewolke an der Grenze zu einem Schwarzen Loch beobachtet. Mit einem Drittel der Lichtgeschwindigkeit ist die Wolke in der massereichen Tiefe des kosmischen Objekts verschwunden. Von dieser Beobachtung erhoffen sich die Astronomen tiefere Einblicke in unsere Galaxis.

    Die Forschung ist einen Schritt näher an das massive Schwarze Loch „Sagittarius A*“ gerückt, das sich im Zentrum der Milchstraße 26.000 Lichtjahre von uns entfernt befindet. Das Forschungsinstrument „Gravity“ der Europäischen Südsternwarte (Eso) hat Beobachtungen über eine Gaswolke um den superschweren Körper gesammelt, die sich mit etwa 30 Prozent der Lichtgeschwindigkeit um diesen dreht.

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    So sieht die rotierende Wolke in einer Computersimulation aus:

    „Wir beobachten das Schwarze Loch schon länger und haben festgestellt, dass das Schwarze Loch regelmäßig aufleuchtet“, erklärte Oliver Pfuhl vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik gegenüber Sputnik. Er ist Teammitglied bei diesem Forschungsprojekt. Solche Lichtereignisse, Flairs genannt, würden sich einige Male am Tag ereignen.

    Laut dem Wissenschaftler konnte nun gezeigt werden, dass es sich um Gaswolken handelt, die einige Male um das vier Millionen Sonnenmassen schweren kosmische Objekt rotieren, bevor sie in seinem Inneren für immer verschwinden. Damit wurde der „letzte stabile Orbit“ um ein Schwarzes Loch zum ersten Mal beobachtet.

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    Die Lage des „Sagittarius A*“ in der Milchstraße
    © Foto : ESO, IAU and Sky & Telescope
    Die Lage des „Sagittarius A*“ in der Milchstraße

    Die Beobachtungen können der Forschung helfen, das Phänomen Flair besser zu verstehen, so Pfuhl. Mit genaueren Messungen könne auch die Frage beantwortet werden, ob das Loch in der Mitte der Milchstraße stillsteht oder einen Eigendrall hat, also mit einer konstanten Geschwindigkeit rotiert.

    Das komplette Interview mit Oliver Pfuhl in voller Länge:

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    Tags:
    Beobachtung, Entdeckung, Schwarzes Loch, Weltraum