05:09 11 Dezember 2018
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    100 Millionen Grad Celsius! Chinas Kunstsonne sechsmal so heiß wie das Original

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    Valentin Raskatov
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    Chinesische Forscher haben mit einer „künstlichen Sonne“ eine Temperatur von rund 100 Millionen Grad Celsius erreicht. Damit ist die chinesische Sonne mehr als sechsmal so heiß wie die echte Sonne, die in ihrem heißesten Punkt bis zu 15 Millionen Grad Celsius erreicht.

    Ein Wissenschaftlerteam des Instituts für Plasmaphysik im chinesischen Hefei hat mitgeteilt, dass Plasma im institutseigenen Kernfusionsreaktor „Experimental Advanced Superconducting Tokamak“ (EAST) die unglaublich hohe Temperatur von 100 Millionen Grad Celsius erreicht hat.

    Wer diese Zahl mit der Höchsttemperatur der Sonne von 15 Millionen Celsius vergleicht, wird feststellen, dass das chinesische Plasma damit über sechsmal (eigentlich 6,67) heißer war als das Original aus dem All.

    Es geht hier aber nicht nur um einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde, sondern es handelt sich um einen der vielen Schritte in Chinas Programm zur Nuklearfusion.

    Zum Hintergrund: Bei der Fusion verschmelzen unter hohem Druck Atomkerne, und es bilden sich schwerere Elemente. Das Vorbild liefern Sterne wie die Sonne, in denen das laufend passiert. Bei der Verschmelzung der Kerne wird Energie frei, im Fall der Sonne ist das thermische Wärme und das sichtbare Licht. Diese Fusionsenergie im großen Stil nutzbar zu machen, ist ein schwer umsetzbares Vorhaben, denn es braucht sehr viel Energie, um zunächst überhaupt erst Plasma zu erzeugen. Außerdem muss das Plasma in einem Vakuum beschleunigt werden und darf mit keiner Wand des Geräts, in dem es beschleunigt wird, in Kontakt kommen, da sonst alles schmelzen würde.

    Der Vorteil von Fusionsenergie als Stromquelle liegt auf der Hand: Keine Treibhausgase, kein Nuklearabfall und – im Idealfall – eine durchgehend hohe Energieerzeugung.

    Das Team vom EAST sagt, dass es die Rekordtemperaturen durch neue Techniken zur Erhitzung sowie zur Kontrolle des Plasmas erreicht hat. Allerdings fügen die Forscher hinzu, dass die Temperatur nur zehn Sekunden lang auf diesem Niveau gehalten werden konnte.

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    Tags:
    Kernfusion, Treibhauseffekt, alternative Energien, Abfälle, Abgasen, Plasma, Fusion, Innovationen, Sonne, China