11:25 13 Dezember 2018
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    Sojus-Raumschiff am Startplatz in Baikonur

    Russland kündigt neues Staatsprogramm zur Mond-Erforschung an

    © Sputnik / Grigoriy Sisoev
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    Russland erwägt laut dem Vorsitzenden des wissenschaftlich-technischen Rates der russischen Weltraumbehörde Roskosmos, Juri Koptew, ein neues Staatsprogramm zur Erforschung des Mondes.

    „Nach dem ursprünglichen Plan sollte es sich (bei diesem neuen Programm) um eine superschwere Rakete handeln. Jedoch sind sich alle bewußt, dass es falsch ist, sich auf eine einzige Rakete zu beschränken. Es muss ein gesondertes staatliches Raumfahrtprogramm sein“, so Koptew im Gespräch mit Sputnik.      

    Ihm zufolge wird die Umsetzung des staatlichen Sonderprogramms zur Entwicklung eines superschweren Trägers bedeuten, dass „wir ihn gebaut und zum Kosmodrom gebracht haben“. Zudem werde der Bau eines superschweren Trägers bis zum Jahr 2028 (wie dem Erlass des Präsidenten zu entnehmen ist) in nächster Zeit die Bereitstellung erheblicher Mittel und die Veränderung der Industriestruktur sowie der Infrastruktur der Kosmodrome erfordern.     

    In dem Programm werde man die Aufgaben der automatischen Stationen beschreiben, die Russland in den 2020er Jahren auf den Mond schicken wolle. Darüber hinaus werde es um den Bau eines neuen Raumschiffes sowie um die Lösung des Problems der Strahlungssicherheit gehen. 

    „Eine jener Aufgaben der Beratungen, über die ich gesprochen habe, besteht darin, dieses ganzheitliche Programm detailliert zu beschreiben, damit klar ist, warum wir dies in unserer ziemlich ernsthaften wirtschaftlichen Situation machen“, fuhr Koptew fort.  

    Nach seinen Einschätzungen würde die Umsetzung des Programms Hunderte von Milliarden Rubeln erfordern.  

    „Sollten wir jetzt mit dem ˏSojusˊ-Raumschiff fliegen, so werden wir zeigen, dass wir einen alten Anzug umgeschneidert haben. Würden wir mit einem neuen Raumschiff fliegen, so würde klar sein, dass wir an einer Neuentwicklung arbeiten, an unserer Perspektive, die ˏSojusˊ gibt uns in dieser Hinsicht wenig“, so Koptew.        

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    Er erinnerte daran, dass Ende der 60er Jahre im Rahmen des Programms L-1 elf Starts vorgenommen worden waren, die gezeigt hätten, dass die Sowjetunion die Technologien besitze, die es ermöglichen, den Mond mit zweiter kosmischer Geschwindigkeit zu umkreisen, aber auch Konstruktionen zu bauen, die dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre standhalten.         

    Das Programm sei nicht weiter bis zu einem bemannten Flug entwickelt worden, weil das politische Prinzip ins Spiel gekommen sei: Die Amerikaner seien als die Ersten auf dem Mond gelandet, und das Programm L-1 habe somit an Relevanz verloren, wie Koptew betonte.   

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    Tags:
    Programm, Raumfahrt, Mond, Roskosmos, Juri Koptew