10:59 11 Dezember 2018
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    Krebszellen

    Forscher entdecken Zucker, der Krebszellen tötet

    © Foto: National Cancer Institute \ Univ. of Pittsburg Cancer Institute
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    Die Mannose, eines der Ersatzmittel für Glukose, schützt den Körper nicht nur vor der Entwicklung von Fettleibigkeit, sondern weist auch krebsbekämpfende Eigenschaften auf, indem sie das Tumorwachstum verlangsamt und die Wirksamkeit der Chemotherapie steigert. Eine entsprechende Studie hat das britische Magazin „Nature“ veröffentlicht.

    „Die Tumorzellen verbrauchen große Mengen an Glukose, was zur Abtötung von Krebs verwendet werden kann. Das Problem ist, dass auch das gesunde Gewebe diesen Zucker nutzt. Wir haben festgestellt, dass die Krebszellen die Mannose nicht  ˏverdauenˊ können, was ihr Wachstum verlangsamt. Dabei werden die normalen Zellen nicht betroffen“, so Kevin Ryan von der University of Glasgow (Schottland).

    Die Krebszellen würden sich unter anderem dadurch auszeichnen, dass sie ungewöhnlich viele Nährstoffe und Sauerstoff aufnehmen würden, indem sie diese für ihr unkontrolliertes Wachstum und ihre Vermehrung nutzen. In den letzten Jahren versuchen die Wissenschaftler aktiv,  herauszufinden, wie die Krebszellen das schaffen. Dann nutzen sie die entsprechenden Angaben, um Medikamente zu entwickeln, die Krebszellen „ersticken“ oder deren Vermehrung verhindern können.

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    © Foto : Polytechnique Montréal, Uni. de Montréal, McGill University
    Ryan und seine Kollegen entdeckten ein „natürliches“ Molekül, das eine ähnliche Rolle spielen könnte. Dafür hätten sie beobachtet, wie der Ersatz der Glukose durch andere Zuckerarten das Wachstum verschiedener Typen von Krebszellen beeinflusst habe, die aus den extrem aggressiven Tumoren in den Knochen eines 11-jährigen und eines 15-jährigen Mädchens gewonnen worden seien.

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    Im Allgemeinen hätten diese Krebszellen auf das Auftreten einer neuen Art von Lebensmitteln nicht reagiert. Die Situation hätte sich drastisch verändert, als die Forscher mit der Mannose zu experimentieren begannen, also mit einem Zucker, der nach seiner chemischen Zusammensetzung der Glukose ähnelt, jedoch eine andere dreidimensionale Struktur aufweist.

    Vor kurzem hatten die Forscher einige äußerst interessante und ungewöhnliche Eigenschaften der Mannose entdeckt. Es stellte sich heraus, dass sie die Entwicklung von Fettleibigkeit und damit verbundenen Entzündungen verlangsamt, was den Körper zu ˏglaubenˊ veranlasse, dass er an einem ständigen Kalorienmangel leide.

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    Etwas Ähnliches hatten die Wissenschaftler in Zusammenhang mit den Krebszellen ermittelt. Als die Mannose im Nährboden aufgetaucht sei, hätte sich das Wachstum der Krebszellen ungefähr dreimal verlangsamt, und die Krebsmedikamente hätten angefangen, nicht 10-15 Prozent dieser Zellen, sondern 30-50 Prozent abzutöten, wie Ryan und seine Kollegen feststellten. 

    Die Mannose werde, so die Vermutung der Biologen, auf ähnliche Weise nicht nur bei Knochentumoren, sondern auch bei anderen Krebsarten, z.B. bei allen Arten von Tumoren im Dickdarm und im Rektum, wirken. Dementsprechend werde es ihre Kombination mit der Chemotherapie ermöglichen, die Dosis der toxischen Arzneimittel zu reduzieren, und die Einnahme von einem reinen Zucker — das Tumorwachstum zu verlangsamen.     

    Dabei betonen die Wissenschaftler, es sei noch verfrüht, in die Apotheke zu laufen und Nahrungsergänzungsmittel mit diesem Zucker zu kaufen. Es sei noch nicht klar, inwiefern eine solche Behandlung ungefährlich sei und ob sie bei einem Menschen wirksam sein werde. Um diese Frage zu beantworten, seien viele klinischen Tests erforderlich, was wiederum mehrere Jahre dauern werde.       

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    Tags:
    Forscher, Zucker, Moleküle, Krebs, Mannose, Schottland