14:58 17 Dezember 2018
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    Tabakverpackung (Archivbild)

    Negative soziale Signale auf Tabakpackungen: neuer Ansatz im Kampf gegen das Rauchen

    © AP Photo / Yves Logghe
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    Bilder auf Tabakverpackungen sind ein wichtiges Mittel, um Antirauchbotschaften zu vermitteln. Bisher waren diese überwiegend auf angstbasierte Gesundheitsappelle beschränkt. Wie das Online-Portal „life.ru“ berichtet, könnte sich das nun ändern.

    Rauchen ist ein Gesundheitslaster, von dem Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Es gibt etliche Hilfen und Tipps, die helfen sollen mit dem Rauchen aufzuhören.

    So haben kanadische Wissenschaftler der Western University einen Ansatz vorgestellt, der sich von allen bisherigen stark unterscheidet: Scham und öffentliche Verurteilung.

    Die Soziologen sind der Meinung, dass soziale Hinweise auf Zigarettenverpackungen eine wirksame Ergänzung zu den angstbasierten Appellen darstellen könnten.

    So sollen neben schrecklichen Bildern mit den Folgen von Krankheiten auch Gesichter von Menschen mit einem „verurteilenden“ Gesichtsausdruck auf Verpackungen abgebildet werden.

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    Laut den Soziologen hemmen negative soziale Signale auf Tabakverpackungen den Wunsch, sich eine Zigarette anzuzünden.

    Folglich sollen Bilder mit „verurteilenden“ Gesichtern, die bei Menschen Schamgefühl auslösen sollen, als Motivation dienen, um mit dem Rauchen ganz aufzuhören.

    Die Wirksamkeit dieses Ansatzes soll ein mit zirka 150 Rauchern durchgeführtes Experiment bestätigen.

    „Mit einem experimentellen Ansatz untersuchen wir, ob eine neuartige Alternative — mit negativen sozialen Hinweisen auf Verpackungen — wirksam gegen das Rauchen ist. Unsere Ergebnisse stützen sich auf die Vorstellung, dass Verpackungen, die Rauchern vermitteln, dass „andere“ das Rauchen negativ sehen, ausreichen, um das Selbstbewusstsein  zu stärken, was wiederum den Wunsch zu Rauchen reduziert“, heißt es im Bericht der Wissenschaftler.

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    Eine Schwachstelle hat dieser Ansatz jedoch – die „Schammethode“ soll nur bei „isolierten“ Rauchern wirken, die das Rauchen nicht als identitätsrelevant ansehen.

    Begeisterte und „überzeugte“ Raucher, für die Zigaretten seit langem zum Teil des Lebens geworden sind, würden nicht auf die „Verurteilung seitens der Gesellschaft“ reagieren.

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    Tags:
    Raucher, Experiment, Zigaretten, Anti-Raucher-Kampagne, Rauchen, Western University of Canada