14:19 11 Juli 2020
SNA Radio
    Wissen
    Zum Kurzlink
    Von ,
    14456
    Abonnieren

    Im Drei-Stern-System Alpha Centauri gibt es eine Supererde namens Proxima Centauri b, die derzeit Astronomen brennend interessiert. Viele stellen sich auch die Frage nach möglichem Leben auf dem Planeten, andere interessiert, ob sich der Planet kolonisieren lässt.

    Mit einer Entfernung von „nur“ 4,2 Lichtjahren ist Proxima Centauri b bis heute der erdnächste bekannte Exoplanet. Mit einer Masse von 1,3 Erdmassen zählt er zu den sogenannten Supererden. Auch wenn die Entfernung des Planeten zu seinem Stern Proxima Centauri nur 0,5 astronomische Einheiten (AE) beträgt, also etwa halb so weit wie die Erde von der Sonne  entfernt ist, liegt er dennoch in der sogenannten habitablen Zone, in der flüssiges Wasser theoretisch möglich ist, denn der Stern ist ein massearmer, lichtschwacher Roter Zwerg. Wasser wäre eine wichtige Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

    © Foto : Richard Schwarz

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Astronaut über Aliens: „Die wollen unsere Erde“<<<

    Richard Schwarz, Astrodynamiker am Institut für Astrophysik der Universität Wien, hat sich ausführlich mit dem Planeten und möglichen Wasservorkommen darauf beschäftigt.

    „Unsere Simulationen haben gezeigt, dass es in sehr nahen Bereichen (1-4 AE) Kleinkörper mit sehr viel Wasser gibt. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier Wasser transportiert wird ist also viel effektiver, als wenn das Wasser aus dem Randbereich des Systems kommen muss“, erklärt Schwarz im Sputnik-Interview.

    Die Forscher konnten zeigen, dass die Kometeneinschläge auf Proxima Centauri b über einen Zeitraum von zwei Millionen Jahren eine Masse von bis zu 30 Erdozeanen an Wasser liefern können.

    Auch wenn die Forscher aus den Informationen, die bekannt sind, schließen, dass eine Kolonialisierung wenig Sinn machen würde, erläutert Schwarz:

    „Die Wahrscheinlichkeit ist eher, dass es in Zukunft vielleicht Leben geben könnte. Es ist ein sehr kleiner Stern und gerade in der Frühphase des Sterns sind die sehr aktiv. Das beeinträchtigt die Atmosphäre sehr stark. Deswegen haben wir unsere Simulationen so angelegt, dass nach der Planetenentstehung die Entwicklung des Systems mit dem Wassertransport untersucht wurde.“

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Gentechnische Übermenschen und die Besiedlung neuer Planeten: Hawkings letztes Buch<<<

    Das komplette Interviewmit Dr. Richard Schwarz zum Nachhören:

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Hat mit Rechtsstaat und Demokratie nichts mehr zu tun“ – Juristen wollen Corona-Krise aufklären
    Im Schatten von Corona: Dieser US-Pharmakonzern verdient mit Pandemie Milliarden
    Oberstes US-Gericht spricht Hälfte von Bundesstaat Oklahoma Ureinwohnern zu
    Trump gibt erstmals Cyberattacke gegen russische Firma zu – Medien
    Tags:
    Astrophysik, Entfernung, Forscher, Leben, Kolonialpolitik, Erde, Weltraum