02:44 12 Dezember 2018
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    Supererde Proxima Centauri b (Symbolbild)

    Supererde Proxima Centauri b: Hier könnte Leben im All entstehen

    CC BY-SA 4.0 / ESO/M. Kornmesser
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    Valentin Raskatov, Bolle Selke
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    Im Drei-Stern-System Alpha Centauri gibt es eine Supererde namens Proxima Centauri b, die derzeit Astronomen brennend interessiert. Viele stellen sich auch die Frage nach möglichem Leben auf dem Planeten, andere interessiert, ob sich der Planet kolonisieren lässt.

    Mit einer Entfernung von „nur“ 4,2 Lichtjahren ist Proxima Centauri b bis heute der erdnächste bekannte Exoplanet. Mit einer Masse von 1,3 Erdmassen zählt er zu den sogenannten Supererden. Auch wenn die Entfernung des Planeten zu seinem Stern Proxima Centauri nur 0,5 astronomische Einheiten (AE) beträgt, also etwa halb so weit wie die Erde von der Sonne  entfernt ist, liegt er dennoch in der sogenannten habitablen Zone, in der flüssiges Wasser theoretisch möglich ist, denn der Stern ist ein massearmer, lichtschwacher Roter Zwerg. Wasser wäre eine wichtige Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

    © Foto : Richard Schwarz

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    Richard Schwarz, Astrodynamiker am Institut für Astrophysik der Universität Wien, hat sich ausführlich mit dem Planeten und möglichen Wasservorkommen darauf beschäftigt.

    „Unsere Simulationen haben gezeigt, dass es in sehr nahen Bereichen (1-4 AE) Kleinkörper mit sehr viel Wasser gibt. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier Wasser transportiert wird ist also viel effektiver, als wenn das Wasser aus dem Randbereich des Systems kommen muss“, erklärt Schwarz im Sputnik-Interview.

    Die Forscher konnten zeigen, dass die Kometeneinschläge auf Proxima Centauri b über einen Zeitraum von zwei Millionen Jahren eine Masse von bis zu 30 Erdozeanen an Wasser liefern können.

    Auch wenn die Forscher aus den Informationen, die bekannt sind, schließen, dass eine Kolonialisierung wenig Sinn machen würde, erläutert Schwarz:

    „Die Wahrscheinlichkeit ist eher, dass es in Zukunft vielleicht Leben geben könnte. Es ist ein sehr kleiner Stern und gerade in der Frühphase des Sterns sind die sehr aktiv. Das beeinträchtigt die Atmosphäre sehr stark. Deswegen haben wir unsere Simulationen so angelegt, dass nach der Planetenentstehung die Entwicklung des Systems mit dem Wassertransport untersucht wurde.“

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    Das komplette Interviewmit Dr. Richard Schwarz zum Nachhören:

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    Tags:
    Astrophysik, Entfernung, Forscher, Leben, Kolonialpolitik, Erde, Weltraum