16:59 18 Februar 2019
SNA Radio
    Dürre (Symbolbild)

    Trotz verstärkten Regens: Globaler Süßwasser-Mangel vorhergesagt

    CC BY 2.0 / Modern Event Preparedness / drought
    Wissen
    Zum Kurzlink
    121045

    Australische Forscher staunen über zunehmend trockene Böden, obwohl die Regenfälle zunehmen. Warum man nach Forschungen über den Klimawandel mit anderen Ergebnissen gerechnet hat und wie sich das Paradox erklären lässt, lüftet das Fachportal Phys.org.

    Wissenschaftler der University of New South Wales im australischen Sydney glauben, dass der Klimawandel zu Frischwassermangel führen kann.

    Sie werteten Daten von 43.000 Wetterstationen und über 5000 Kontrollpunkten aus, um den Status von Flüssen in 160 Ländern zu ermitteln. Dabei wurde ein Paradox entdeckt: Die Wasserreserven nehmen ab, obwohl die globale Erwärmung zu verstärkten Regenfällen führt.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Globale Erwärmung: Schaden oder Nutzen für Erde? Russischer Wissenschaftler erklärt<<<

    Ashish Sharma, Leitautor der Studie, zeigt sich von den Ergebnissen überrascht:

    „Wir haben erwartet, dass der Niederschlag zunehmen wird, da die wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufbewahrt – und das haben auch die Klimamodelle vorhergesagt. Was wir nicht erwartet haben, ist, dass trotz des zusätzlichen Regens überall auf der Welt die großen Flüsse austrocknen“.

    Die Forscher glauben, die Ursache sei das Austrocknen der Böden in den Wassereinzugsgebieten. Früher seien sie vor dem Regen bereits feucht gewesen, wodurch der überschüssige Niederschlag in die Flüsse rinnen konnte. Jetzt seien aber diese Flächen trockener und würden mehr Wasser absaugen.

    „Weniger Wasser in unseren Flüssen bedeutet weniger Wasser für Städte und Bauernhöfe“, so Sharma. „Und trockenere Böden bedeuten, dass Landwirte mehr Wasser benötigen, um die gleichen Kulturen anzubauen. Schlimmer noch: Dieses Muster wiederholt sich auf der ganzen Welt und nimmt an bereits trockenen Orten ernsthafte Ausmaße an. Es ist äußerst besorgniserregend.“

    Warum die Flüsse austrocknen und was das mit dem intensiven Wasserverbrauch durch Städte und Landwirtschaft zu tun haben könnte, erklärten die Forscher anscheinend nicht weiter.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: „Apokalyptischer” Sandsturm verschluckt Australien – FOTOs<<<

    Mark Hoffman, Dekan der University of New South Wales für Ingenieurwissenschaften, begrüßte Sharmas Forschung. Er forderte einen globalen Dialog, um dieses Problem zu lösen. Das sei insbesondere in Australien notwendig, dem bereits trockensten bewohnten Kontinent.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Klimawandel: Bier könnte bis zu 600 Prozent teurer werden
    Klimawandel: Dutzende Städte dürften 2100 unter Wasser verschwinden
    Folgen des Klimawandels? Tornado rauscht durch Deutschland – VIDEO
    Tags:
    Wassermangel, Süßwasser, Erwärmung, Klimawandel, Fachportal "Phys.org", Ashish Sharma, Australien