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    Yeti (Symbolbild)

    Der Yeti wieder: Kein Fabelwesen – sondern Vierbeiner

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    Was haben Hobby-Forscher uns nicht alles präsentiert zum Beweis, dass es den Yeti oder Bigfoot angeblich gibt: Knochen und Zähne, Haut und Haar, Tatzen-Abdrücke natürlich, schlechte Bilder sowieso, ja sogar alten Kot. Letztlich haben Wissenschaftler durch DNA-Proben das Rätsel gelöst. Es gab ihn wirklich. Und hier kommt das „Aber“.

    50.000 Jahre – aus der Sicht eines Anthropologen ist das ein Klacks. Und dass unsere Vorfahren gefunden wurden, die vor ungefähr so vielen Jahren gelebt hatten, ist womöglich der Beweis für die Existenz der Yetis. Das schrieb 2003 das Fachblatt „Nature“, als auf der indonesischen Insel Flores die Überreste einer bis dato unbekannten Art von Urzeitmensch entdeckt worden war.

    „Homo floresiensis“ heißen die 50.000 Jahre alten Menschen – volksmündlich: „Hobbit“. Die mehreren Knochen und der einzige Schädel, die die Jahrtausende überdauert haben, zeigen: Groß waren sie nicht, die Hobbits (nur ein Meter Höhe), und auch deren Kopf war nicht besonders ausgeprägt (nur 400 Kubikzentimeter Gehirnvolumen, circa ein Drittel des Menschen von heute).

    Für die Fachleute war das der Hinweis: Gibt es den Yeti also doch? Vermutet wird, dass dieses menschenähnliche Wesen in Zentralasien, Nordamerika und im Kaukasus lebte (oder immer noch lebt). Einem Gigantopithecus soll er ähnlich sein – einem vor neun Mio. Jahren in Asien ausgestorbenen Riesenprimaten.

    Seit den 1950er Jahren spricht man über den Yeti alias Bigfoot. Ein Bergsteiger will das rätselhafte Wesen damals im Himalaya gesehen haben. Dutzende wissenschaftliche Expeditionen stiegen seitdem die Berge auf- und ab, doch hat kein Profi-Forscher bislang bestätigt, den Yeti mit eigenen Augen beobachtet zu haben.

    Es schlug die Stunde der Genetiker. 2014 wollte eine Genforschergruppe endlich Klarheit schaffen und untersuchte die DNA aus 30 unterschiedlichen Haarproben, die angeblich vom Yeti stammten.

    Bei jeder Probe wurde jeweils das gleiche Erbgutstückchen entnommen und anschließend mit den gleichen DNA-Teilen anderer Säugetiere verglichen. Oh, Wunder: Das verglichene Erbgut stammte von bekannten Tierarten: Hunde, Antilopen, Bären.

    Zwei Fellproben, die im Himalaya gefunden worden waren, glichen der DNA eines circa 40.000 Jahre alten Eisbären von Spitzbergen. Doch stammte das untersuchte Erbgut von einem Wesen, das vor höchstens 50 Jahren gestorben war.

    Die Wissenschaftler lösten das Rätsel so: Eisbären und Braunbären könnte sich vor Urzeiten gepaart haben und einige ihrer Nachfahren, die heute im Himalaya leben, tragen das Erbgut ihres Vorfahren aus der Polarregion in sich.

    Jedenfalls trugen die Forscher diese Daten in eine Genbank ein. Ihre Kollegen aus Oxford und Dänemark nutzten die Proben dann erneut für eine Untersuchung… und fanden keine Übereinstimmung mit dem Erbgut eines Eisbären. Auch die Verwandtschaft mit einem Braunbären war nur ganz schwach.

    Die Vermutung: Die Fellprobe könnte beschädigt gewesen sein, bei uralten Proben nichts Ungewöhnliches.

    Im Herbst 2017 untersuchte nun ein Team aus amerikanischen, französischen und norwegischen Biologen Stückchen von Haut, Fell, Knochen und Fäkalien, die angeblich von einem Yeti stammten. Vorgenommen wurde eine philogenetische Analyse jener mitochondrialen DNA, die von der Mutter vererbt wird.

    De Wissenschaftler haben neun Gewebeproben analysiert, die im Messner Mountain Museum und in der Sammlung des Filmproduzenten Icon Productions aufbewahrt wurden. Zum Vergleich wurden 15 Fell-, Haut und Kotproben von Himalayabären aus einem pakistanischen Zoo herangezogen.

    Das Ergebnis des DNA-Vergleichs: Mit Ausnahme eines einzigen Knochens stammen alle untersuchten Proben von Bären, die im Himalaya lebten. Das Geheimnis dieses „Yetis“ ist damit also gelöst. Punkt.

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    Tags:
    Geheimnis, Rätsel, Menschen, Entdeckung, Säugetiere, Yeti, Forschung, DNA, Fachmagazin "Nature", Nature-Magazin