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04:54 21 August 2019
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    Russische Forscher entwickeln einmaliges Asthma-Medikament

    © AP Photo / Stephan Savoia
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    Russische Wissenschaftler haben laut der Zeitung „Iswestija“ ein Medikament entwickelt, das einen der Hauptmechanismen von Asthma, also die chronische Bronchitis, blockieren kann. Die einzigartige gentechnische Zusammensetzung soll mit einem gezielten Abgabesystem ausgestattet sein, das es ermöglicht, so effizient wie möglich zu wirken.

    Fachleute des „Instituts für Immunologie“ beim Bundesamt für Medizin und Biologie (FMBA) sollen demnach ein Mittel entwickelt haben, das es den Patienten ermöglicht, Asthmaanfälle zu vermeiden. Das Medikament soll den Wissenschaftlern zufolge die Ursache der Erkrankung beeinflussen und nicht nur deren Symptome bekämpfen. Das Medikament habe bereits das Stadium präklinischer Tests durchlaufen, jetzt werde es von Menschen getestet.

    Die Experten hätten anhand eines Mausmodells der Asthmaentwicklung gezeigt, dass die Inhalationsverabreichung einer Substanz zu einer signifikanten Verringerung der Entzündung des Bronchialgewebes führt.

    Der entwickelte Wirkstoff blockiere die Synthese des an der Entzündung „schuldigen“ Proteins Interleukin-4 (Il-4) auf molekularer Ebene, also des Stoffs, der den Entstehungsprozess von allergischen Erkrankungen auslöst, erläuterte der Direktor des Instituts und korrespondierende Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, Musa Chaitow.

    Das Medikament werde zwei Komponenten enthalten: ein miRNA-Molekül (kleine, nicht kodierende RNA-Moleküle), das die Produktion von IL-4 stoppe, sowie ein kationisches Peptid, das es ermögliche, die Substanz genau an diejenigen Teile der Zelle abzugeben, die für die Verhinderung der Entzündung wichtig seien.

    Aufgrund der Wechselwirkung mit dem Präparat würden die Enzymsysteme des Körpers die IL-4-Matrix-RNA „abschneiden“, die Informationen über die Primärstruktur des Proteins enthalte. Als Ergebnis werde kein IL-4 produziert, und allergische Entzündungen würden deutlich schwächer ausfallen, so Chaitow.

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    Laut dem stellvertretenden Leiter der Abteilung für Beatmungsmedizin am Imperial College in London, Professor Sebastian Johnson, gibt es in den USA und Großbritannien nach dem gleichen Prinzip wirkende Medikamente, auf verschiedenen Forschungsstufen. Dabei ist es den russischen Forschern ihm zufolge gelungen nachzuweisen, dass gerade IL-4 eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Entzündungen der unteren Atemwege spielt.

    Die Experten vertreten die Ansicht, das Medikament werde bei den Patienten nachgefragt und wirksam sein. Laut der Professorin der Staatlichen Universität Tomsk, der Immunologin und Allergologin Olga Fjodorowa, hat dieses Medikament weltweit keine Analoga.

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    Tags:
    Protein, Asthma, Medikamente