11:15 08 Dezember 2019
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    Verwendungsfertige Spritzen mit Grippeimpfstoff liegen am 5. November 2009 in Dresden, Sachsen, beim medizinischen Dienst der Landespolizeidirektion Sachsen auf einem Tisch.

    Impfgegner – Eine Gefahr für die Menschheit?

    © AP Photo / Matthias Rietschel
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    Weltweit zögern immer mehr Menschen, sich oder ihre Kinder impfen zu lassen. Dies hat ganz unterschiedliche Gründe, ist nach einer aktuellen Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO aber verheerend. Laut der Gesundheitsbehörde der Vereinten Nationen ist daraus mittlerweile sogar eine Gefahr für die Menschheit entstanden.

    Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Verweigerung oder Verzögerung von Impfungen in diesem Jahr erstmals in die Liste der globalen Gesundheitsbedrohungen aufgenommen. Die UN-Behörde schreibt auf ihrer Webseite, dass die zurückgegangenen Impfungen den Fortschritt bei der Bekämpfung zahlreicher Krankheiten zunichtemachen würden.

    Millionen Todesfälle

    Laut WHO gehören Impfungen zu den kostengünstigsten Methoden, um Krankheiten zu vermeiden:

    „Derzeit werden zwei bis drei  Millionen Todesfälle pro Jahr verhindert. Weitere 1,5 Millionen könnten vermieden werden, wenn die Impfungen weltweit verbessert werden.“

    Schon jetzt zeigten sich die Auswirkungen der zurückgegangenen Impfungen. Bei Masern beispielsweise sei die Zahl der Fälle weltweit um 30 Prozent angestiegen. Diese Zunahme sei allerdings nicht nur auf Impfverweigerungen, sondern auch auf eine verzögerte und dann möglicherweise zu späte Impfung zurückzuführen.

    Unbequeme Impfungen

    Die WHO erklärt, die Gründe von Impfgegnern seien eine komplexe Mischung aus Selbstzufriedenheit, Unbequemlichkeiten beim Zugang zu Impfstoffen und mangelndes Vertrauen in deren medizinische Wirksamkeit:

    „Das Gesundheitspersonal, insbesondere in Gemeinden, ist nach wie vor der zuverlässigste Berater und Einflussfaktor bei Impfentscheidungen und muss unterstützt werden, um verlässliche, glaubwürdige Informationen zu Impfstoffen bereitzustellen.“

    Es sei eine Herausforderung, künftig die Nachfrage und Akzeptanz von Impfungen wieder zu erhöhen, heißt es in einer Einschätzung der zuständigen WHO-Arbeitsgruppe.

    ​Die EU-Staaten hatten im Kampf gegen Impfgegner bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt, verstärkt gegen Falschinformationen vorzugehen. Die Sozialminister der Mitgliedstaaten sprachen sich dafür aus, elektronische Informationssysteme zu verbessern. Die deutsche Ärztezeitung warnt derweil vor einem weiteren Anstieg der Masernerkrankungen:

    „EU-Angaben zufolge infizierten sich 2017 in der Europäischen Union rund 14.000 Menschen mit Masern, was einer Steigerung um 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. 57 Menschen starben in den vergangenen zwei Jahren.“

    Zwar sei die Impfbereitschaft in der Bundesrepublik generell hoch, doch Falschnachrichten im Internet führten zu einer zunehmenden Skepsis gegenüber Impfungen.

    Klimawandel größte Gefahr

    Die UN-Organisation WHO veröffentlicht jedes Jahr eine Aufstellung globaler Gesundheitsrisiken. In diesem Jahr stehen auf Platz Eins der weltweiten Bedrohungen die Luftverschmutzung und der Klimawandel. Auf Platz Zwei folgen nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auf Platz Drei — eine mögliche weltweite Grippe-Pandemie.

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    Tags:
    Epidemie, Pandemie, Risiken, Gefahr, Gegner, Vakzine, Impfstoff, Weltgesundheitsorganisation (WHO), WHO