12:43 21 Februar 2019
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    Einbohren durch das Eis des subglazialen Sees in der Antarktis

    Antarktis: Überreste von Kleinstlebewesen in subglazialem See entdeckt

    © Foto : Billy Collins/SALSA Science Team
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    Wissenschaftler haben Überreste von Lebewesen in einem seit Jahrtausenden isolierten subglazialen See unter einer 1000 Meter dicken Eisdecke entdeckt. Darüber berichtet das Fachjournal Nature.

    Unter anderem wurden ein Bärtierchen sowie Krustentiere gefunden.

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    Bislang wurde in den Gewässern der Antarktis nichts dergleichen entdeckt, und es wurde angenommen, dass nur Bakterien unter diesen Bedingungen leben können.

    Die Entdeckung erfolgte im Rahmen der Expedition Subglacial Antarctic Lakes Scientific Access (SALSA). Die Wissenschaftler nahmen Proben aus dem See Mercer, der 600 Kilometer vom Südpol entfernt liegt. Dazu bohrten sie einen etwa einen Kilometer tiefen Brunnen und ließen ein Temperaturmessgerät herab.

    Forscher fanden Überreste der Kleintiere, die eine Größe von 0,1 Millimeter bis 1,5 Millimeter hatten, nachdem sie Schlamm von dem in den See gesenkten Instrument untersucht hatten. Der Schlamm enthielt Reste von Algen, die hier vor Millionen von Jahren lebten, als die Antarktis noch viel wärmer war.

    Den Wissenschaftlern zufolge lebten die Tiere in den Gewässern der Transantarktischen Berge, etwa 50 Kilometer vom Lake Mercer entfernt. Dies könnte während der kurzen Wärmeperioden gewesen sein – entweder vor 10.000 Jahren oder vor 120.000 Jahren.

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    Die Wissenschaftler wissen noch nicht, wie die Tierchen in den See gekommen sind. DNA-Analysen und eine Radiokarbondatierung können dies noch klären. Die chemische Analyse wird bestimmen, ob sie in einem sonnenbeschienenen Ökosystem oder in einer subglazialen dunklen Umgebung lebten.

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    Tags:
    Bärtierchen, Krustentiere, subglazialer See, Biologie, See, Entdeckung, Eis, Tiere, Antarktis