05:39 10 Dezember 2019
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    Der Baikalsee (Archiv)

    Hunderte Millionen Tonnen Erdöl unter dem Baikalsee – Forscher warnen vor Katastrophe

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    Russische Wissenschaftler vom Trofimuk-Institut für Erdöl-Erdgas-Geologie und -Geophysik der Sibirischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften haben das reichhaltige Vorkommen an Erdöl unter dem Baikalsee kommentiert. Das berichtet die Zeitschrift der Abteilung, „Nauka w Sibiri“.

    Unter dem tiefsten Binnensee der Erde liegen rund 250 bis 300 Millionen Tonnen Erdöl. Das Mineralöl des Baikals ist weniger als 65 Millionen Jahren alt und gehört zu den jüngsten auf der Erde, schreibt die Zeitschrift unter Berufung auf den Direktor des Trofimuk-Instituts und das Akademiemitglied Doktor habil. Alexej Kontorowitsch.

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    Doktor habil. Walerij Moskwin zufolge, der als leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter bei dem Institut tätig ist, kommt das Erdöl allmählich auf und verschmutzt das äußerst saubere Wasser des Sees. Jährlich gelangen drei bis fünf Tonnen des Rohstoffs in den Baikalsee. Bakterien der Gattung Rhodococcus verwenden das Erdöl als Nahrungsquelle und verhindern seine weitere Ausbreitung im Baikal.

    Im Fall eines starken Erdbebens würden die Bakterien die völlige Reinigung des Wassers nicht mehr schaffen. Ein einmaliger Erdöl-Ausstoß im Umfang von nur 1,2 Millionen Tonnen würde laut Moskwin eine ökologische und wirtschaftliche Katastrophe auslösen.

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    Eine industrielle Förderung von Baikal-Erdöl ist Kontorowitsch zufolge „völlig sinnlos“ und ein „verbotenes Thema“.

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    Tags:
    Recherche, Förderung, Umweltkatastrophe, Erdöl, Forscher, Studie, Wissenschaftler, Energie, Ökologie, Umweltschutz, Wasser, Umwelt, Natur, Baikal-Region, Russische Föderation, Baikalsee, Sibirien, Russland