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12:39 13 November 2019
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    Eis in der Antarktis (Symbolbild)

    Risse im Eis: Forscher warnen vor Katastrophe in der Antarktis

    CC BY 2.0 / PRO NOAA Photo Library / fish8447
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    Das Brunt-Schelfeis in der Antarktis wird bald durch die Bildung eines Eisbergs gespalten, der doppelt so groß wie die US-Stadt New York sein könnte. Die Forscher gehen davon aus, dass dies zur Destabilisierung des Gletschers führen und die wissenschaftliche Station „Halley“ erneut bedrohen kann. Darüber berichtet das Fachmagazin „Science Alert“.

    Demnach soll ein großer Riss, der seit 35 Jahren stabil war, in der letzten Zeit stärker geworden sein. Das passiert den Forschern zufolge mit einer Geschwindigkeit von vier Kilometern pro Jahr. In der Zukunft sollte sich dieser Riss mit einer weiteren Spaltung, genannt „Halloween Crack“, „treffen“, die sich Ende Oktober 2016 aufgetan hatte.

    Zur Instabilität des gesamten Gletschers würde zudem die Unebenheit des Grundgesteins beitragen, die die Eisbewegung behindert und damit eine Kluftbildung sowie zunehmende Spannung verursacht.

    Das Eisberg-Gebiet werde 1.700 Quadratkilometer groß sein, was es zum größten von allen machen wird, die in dieser Region der Antarktis vorgekommen ist. Die Forscher meinen, die Zukunft der Schelfeisplatte werde davon abhängen, wo die beiden Brüche zusammentreffen werden. Wenn dies südlich des Ortes der Instabilität geschehen sollte, werde das gesamte Brunt-Schelfeis zerstörungsanfällig.

    In diesem Fall müsse die britische wissenschaftliche Station „Halley VI“ erneut versetzt werden. Sie musste bereits 2017 vorübergehend geschlossen und versetzt werden, weil sich damals in ihrer Umgebung Risse im Eis aufgetan hatten.

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    „Halley VI“ ist eine wichtige Basis für die britische Antarktisforschung. Sie wurde am 5. Februar 2013 offiziell eröffnet. Die aus acht blauen und roten Modulen bestehende Einrichtung befindet sich nach ihrer Verlegung 23 Kilometer weiter östlich von ihrem früheren Standort auf dem Brunt-Schelfeis.

    Vom Klimawandel über die Vorgänge in der Atmosphäre bis hin zum Weltraumwetter untersuchen die Wissenschaftler hier die verschiedensten Prozesse. Die Daten, die in den Vorgängerstationen seit 1956 erhobenen wurden, führten 1985 zur Entdeckung des Ozonlochs.

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Antarktis: Riesiges Loch unter Thwaites-Gletscher entdeckt

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    Tags:
    Klimawandel, Ozonloch, Eisberg, Antarktis