16:49 19 Juni 2019
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    Sperma (Symbolbild)

    Sperma-Krise gelöst? Diese zwei Stoffe könnten männliche Fruchtbarkeit gefährden

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    Valentin Raskatov
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    Die Spermaproduktion und -qualität nimmt Studien zufolge seit Jahrzehnten rasant ab. Forscher der Universität von Nottingham haben nun zwei Stoffe identifiziert, die dafür verantwortlich sein könnten. Geholfen hat ihnen dabei der beste Freund des Menschen – denn bei Hunden ließ sich dieselbe Entwicklung verfolgen.

    Um bis zu 50 Prozent soll sich im Schnitt die Qualität des männlichen Spermas in den letzten 80 Jahren verschlechtert haben. Das sagen einige alarmierende Studien, die sich mit dieser Materie beschäftigen. Bislang gab es aber neben dem Alarmsignal noch keine hinreichende Erklärung für dieses Phänomen. Faktoren wie Tabakrauch und ungesunde Lebensweise wurden zwar herangezogen, aber Tabak wurde auch zuvor geraucht – warum also dieser starke Abfall?

    Hilfestellung hat bei der weiteren Forschung unerwartet der beste Freund des Menschen geboten, der Hund – der Rüde in diesem Fall. Denn auch bei ihm konnte die Universität von Nottingham im Jahr 2016 einen Abfall von Spermien in Menge und Qualität nachweisen. Daraus schlossen die Forscher, dass die Ursache eine sein müsste, der sowohl Mensch als auch Hund ausgesetzt sind.

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    Das Ergebnis, das die Forscher nun in der Fachzeitschrift Nature präsentieren, lautet: Die Schlüsselrolle könnten zwei Chemikalien spielen, die im Haushalt nahezu allgegenwärtig sind und auf das Sperma von Hund wie von Mensch negative Auswirkungen hatten. Es handelt sich konkret zum einen um den Weichmacher DEHP, der etwa in Teppichen, Böden, Kleidern und Spielzeugen vorkommt und leicht auch in Nahrung und Getränke gelangen kann. Der andere Stoff ist PB153, eine von etlichen Industriechemikalien, die in den 60er und 70er Jahren zum Einsatz kamen.

    Beide Chemikalien führten im Versuch dazu, dass bei Menschen- und Hundesperma die Beweglichkeit der Zellen abnahm und die Zersplitterung des Erbguts zunahm. „Wir wissen, dass bei schlechterer Beweglichkeit die DNS-Fragmentierung erhöht ist und dass die männliche Unfruchtbarkeit mit erhöhter DNS-Fragmentierung im Sperma zusammenhängt“, teilt die Hauptautorin der Studie, Rebecca Sumner, mit.

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    Tags:
    Impotenz, Sperma, Männer, Studie, Medizin, Fachzeitschrift Nature