SNA Radio
    Sexueller Missbrauch (Symbolbild)

    Sexueller Kindesmissbrauch in DDR länger tabuisiert als im Westen – Fallstudie

    CC0
    Wissen
    Zum Kurzlink
    34459

    Eine neue Fallstudie soll belegen, dass sexueller Kindesmissbrauch in der DDR nicht nur stärker, sondern auch erheblich länger tabuisiert gewesen war als in Westdeutschland. Das berichtet die dpa.

    Demnach hätten dies nach ersten Untersuchungen von archiviertem Material persönliche Erinnerungen von rund 100 Männern und Frauen in einer neuen Fallstudie bestätigt, teilte die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs am Mittwoch in Berlin mit.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Sexueller Missbrauch in der Kirche – Vatikan-Konferenz sucht Wege aus der Krise<<<

    Die für die Fallstudie Befragten hätten als Kinder und Jugendliche selbst sexuelle Übergriffe erlebt. Gleichzeitig wird betont: die Untersuchung sei damit nicht repräsentativ, werfe aber dennoch Schlaglichter auf ein „dunkles DDR-Kapitel“.

    Aus der Fallstudie soll hervorgehen, dass Mädchen Missbrauch häufiger in ihrer eigenen Familie, Jungen dagegen eher in Heimen wie den Jugendwerkhöfen erlitten hätten. Auch seien Fälle dokumentiert, bei denen Kinder für sexuelle Dienstleistungen organisiert verkauft worden seien, berichtete Forscherin Cornelia Wustmann, Professorin für soziale Beziehungen an der Technischen Universität Dresden.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Star-Rapper R. Kelly wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch verhaftet<<<

    Viele Betroffene litten bis heute unter der Folgen des Missbrauchs, hieß es. Sie fordern deshalb einen Fonds beim Bundesfamilienministerium, der das ihnen zugefügte Leid offiziell anerkennt und zum Beispiel für Therapien aufkommt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Tabu, Studie, Kindermisshandlung, DDR, Deutschland