16:42 19 März 2019
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    Korallen (Symbolbild)

    Australische Riffe jetzt im Mittelmeer? Einzigartige Koralle vor Italien entdeckt

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    Italienische Wissenschaftler haben vor der Südostküste des Landes ein einzigartiges Korallenriff entdeckt, das in Struktur und Biodiversität mit Riffen in Australien und auf den Malediven vergleichbar ist. Das berichten die Forscher in einem Artikel, der Anfang März im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht wurde.

    Demnach soll sich das erste Korallenriff Italiens über mindestens zweieinhalb Kilometer entlang der Adriaküste erstrecken. Im Gegensatz zu den australischen oder maledivischen Riffen, die bis an die Wasseroberfläche reichen, sei dieses in der italienischen Region Apulien in 30 bis 50 Metern Tiefe zu finden, so die Wissenschaftler.

    Somit sei dies das erste mesophotische Korallenriff, das überhaupt im Mittelmeer entdeckt wurde. Als mesophotisch werde in einem Gewässer die untere Zone der durchlichteten Schicht bezeichnet. Bis dahin dringe lediglich Restlicht durchs Wasser vor, Umwandlung sowie Abbau pflanzlicher Substanz könne noch stattfinden.

    „Die berühmten australischen oder maledivischen Korallenriffe wachsen fast auf der Wasseroberfläche, wo sie so viel Sonnenlicht wie möglich verwenden“, sagte Professor Giuseppe Corriero, Direktor der Abteilung für Biologie an der Aldo-Moro-Universität Bari.
    Riffe, die denen in Italien ähneln, seien sehr selten, da sie trotz des Lichtmangels überleben und wachsen können, so Corriero weiter.

    Einst sollen Korallenriffe im Mittelmeerraum weit verbreitet gewesen sein. Im Laufe der Zeit seien sie jedoch ausgestorben.

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    Tags:
    Korallenriff, Australien, Malediven, Italien