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12:35 22 Juli 2019
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    Kaffeebohnen (Archivbild)

    Heilmittel für Prostatakrebs in Kaffeebohnen entdeckt – Wissenschaftler

    CC BY 2.0 / Andreas Poike / Coffee beans and a scoop
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    Japanische Molekularbiologen haben in Kaffeebohnen zwei Substanzen entdeckt, die das Wachstum verschiedener Arten von Prostatakrebs verlangsamen oder stoppen.

    Den Wissenschaftlern zufolge enthalten Kaffeebohnen zwei Kohlenwasserstoff-Verbindungen, Kahweolacetat und Cafestol, die das Wachstum von Prostatakrebszellen stoppen. Das soll einschließlich für die Arten von Prostatakrebs gelten, bei denen die Heilungschancen als niedrig eingeschätzt werden, so die Forscher.

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    „Das ist eine sehr wichtige und interessante Entdeckung, aber es ist nicht notwendig, Menschen dazu zu bringen, mehr Kaffee zu trinken. Dieses Getränk weist sowohl positive als auch negative Eigenschaften auf. Auf der anderen Seite, falls wir unsere Ergebnisse bestätigen und verstehen, wie diese Substanzen wirken, erhalten wir das erste Heilmittel für Prostatakrebs“, teilte Atsushi Mizokami von der Universität Kanazawa mit.

    Wissenschaftler weltweit versuchen sowohl frühe Methoden zur Diagnose von Prostatakrebs aufzustellen als auch natürliche oder synthetische Medikamente zu entwickeln, die die Tumorzellen in den ersten Stadien ihres Wachstums wirksam bekämpfen können. 

    In diesem Zusammenhang könnten die von Mizokami und seinen Kollegen entdeckten Kohlenwasserstoff-Verbindungen Kahweolacetat und Cafestol diese Probleme lösen. Ziel ihrer Forschung war es herauszufinden, wie das Koffein und die Substanzen in den Kaffeebohnen das Verhalten und Wachstum von Krebszellen beeinflussen.

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    Laut eigener Aussage haben die Forscher den Kaffee aufgrund von Statistiken, denen zufolge Kaffeeliebhaber im Vergleich zu anderen Männer etwa elf Prozent weniger Häufig an Prostatakrebs erkranken, als Untersuchungsobjekt ausgewählt.

    Ausgehend davon hat das Forscher-Team zielgerecht die sechs aktivsten Substanzen aus dem Kaffeeextrakt – in verschiedenen Kombinationen – danach untersucht, ob sie das Wachstum verschiedener Arten von Karzinomen hemmen würden.

    Neben Experimenten mit Reagenzgläsern führten die Wissenschaftler ähnliche Studien an Mäusen durch, in deren Körper kleine Fragmente von Tumoren implantiert wurden.

    Laut Studienergebnissen weisen die Substanzen Kahweolacetat und Cafestol starke Anti-Krebs-Eigenschaften auf. Wie die Experimente an Mäusen gezeigt haben, sollen diese beiden Substanzen in Kombination sogar das Wachstum von bösartigen Tumoren des Prostatakrebses etwa um das Doppelte verlangsamen.

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    Bei Experimenten mit Reagenzgläsern haben hohe Konzentrationen dieser Verbindungen die Zellen von weniger bösartigen Tumoren gleich am ersten Tag nach Beginn der Beobachtungen zerstört. 

    Die genaue Wirkungsweise von Kahweolacetat und Cafestol können die Wissenschaftler noch nicht nennen. In naher Zukunft planen sie jedoch das Geheimnis dieser Substanzen zu lüften.

    Prostatakrebs ist die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern in Europa. Laut der Gesundheitsorganisation WHO ist jeder siebte Mann zwischen 65 und 70 Jahren von dieser Krebsart betroffen. In den meisten Fällen gelingt es den Ärzten, die Krankheit zu heilen.

    Bei Prostatakrebs hängt die Wahrscheinlichkeit der Heilung am meisten davon ab, wie schnell der Tumor entdeckt wird und die entsprechenden medizinischen Maßnahmen ergriffen werden. Fast alle Betroffenen überstehen die Krankheit, wenn der Tumor bereits in den ersten Stadien der Entwicklung entfernt wird. Im fortgeschritten Stadium der Krankheit liegt die Erfolgschance der Heilung allerdings bei nur 29 Prozent.

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    Tags:
    Heilmittel, Krebserkrankung, Tumorbildung, Prostatakrebs, Forscher-Team, Diagnose, Krebszellen, Tumor, Entdeckung, Kaffee, Wissenschaftler, Krebs, Forschung, Japan