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    Venus-Mission: Darum sind USA an Zusammenarbeit mit Moskau interessiert

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    Der Drang in den Kosmos – internationale Weltraummissionen (9)
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    In einem Sputnik-Interview über das Venus-Forschungsprojekt „Venera D“ am Dienstag hat die Mitleiterin des Projekts und Weltraumforscherin Ljudmila Sassowa offenbart, warum die Nasa ihrer Ansicht nach Interesse an einer Zusammenarbeit zeigt.

    Die Gründe dafür sollen laut Sassowa in der Kosteneffizienz sowie der sowjetischen Erfahrung bei Venus-Landungen liegen.

    „Ich denke, viele Seiten des Projekts (interessieren die USA – Anm. d. Red.), einschließlich der Geldersparnis. Zwar liegt die Venus der Erde am nächsten, aber sie ist ein sehr komplexer Planet und erfordert gleichzeitig eine langfristige Fernerkundung aus dem Orbit sowie direkte Messungen mittels Oberflächenstationen und Atmosphärenplattformen“, führte die Wissenschaftlerin aus.

    Würden zwei Weltraumagenturen eine derart komplexe Mission gemeinsam durchführen, würden beide Seiten kostengünstiger fahren. Darüber hinaus könnten dabei das wissenschaftliche Potenzial und die Erfahrung beider Länder genutzt werden.

    Vor allem an der technischen Erfahrung der UdSSR seien die Vereinigten Staaten interessiert, so die Projektleiterin. Sie erinnerte daran, dass alle zehn Venus-Landungen erfolgreich gewesen seien.

    Darüber hinaus machte sie darauf aufmerksam, dass die Venus aufgrund der umfassenden sowjetischen Forschungsarbeiten einst als „der russische Planet“ bezeichnet worden war.

    Die Kostenfrage soll Sassowa zufolge während einer Zusammenkunft der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe in Moskau im Oktober besprochen werden. Laut früheren Einschätzungen würden sich die Ausgaben für die Mission auf zwischen 800 Millionen und einer Milliarde US-Dollar belaufen.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Russisch-amerikanische Venus-Mission: Wissenschaftler geben Startzeitraum bekannt<<<

    Sassowa zeigte sich überzeugt, dass diese Kooperation nicht nur aus wissenschaftlicher, sondern auch aus politischer Sicht äußerst wichtig ist.

    Während des Kalten Krieges wurde das gemeinsame Sojus-Apollo-Projekt mit der Nasa umgesetzt, seitdem gab es keine tiefe bilaterale Zusammenarbeit mehr. „Venera D“ sei das erste große Forschungsprojekt mit der Nasa, erklärte die Wissenschaftlerin.

    Im weiteren Gespräch über das Programm legte Sassowa offen, dass im Gebiet Moskau eine Kammer wiederaufgebaut werden könne, welche die auf der Venus herrschenden Bedingungen imitieren würde. Sie sei in der Sowjetzeit vom Lawotschkin-Raumfahrtunternehmen gebaut worden.

    „Im Prinzip kann sie wiederhergestellt werden. Sie erzeugt einen Druck von 100 Atmosphären und eine Temperatur von 500 Grad Celsius. Die Größe der Kammer reicht aus, um dort einen gesamten Lander zu testen”, sagte sie.

    Das Projekt „Venera D“ stand bis 2025 im Russischen föderalen Programm für Weltraumforschung, wurde aber bei der Ausgabenkürzung ausgeschlossen. 2013 zeigten die Vereinigten Staaten Interesse an dem Projekt. In demselben Jahr wurde eine vereinte wissenschaftliche Arbeitsgruppe für die Erforschung der Venus mithilfe der Mission „Venera D“ aus Vertretern beider Länder gebildet.    

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    Russland soll für die Schaffung der Landeplattform und ihre Lieferung an die Venus verantwortlich sein, während die Vereinigten Staaten eine Atmosphärensonde herstellen.

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    Themen:
    Der Drang in den Kosmos – internationale Weltraummissionen (9)
    Tags:
    Weltraumforschung, Venus-Mission, Weltraum, NASA, Ljudmila Sassowa, Venus, USA, Russland