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22:43 15 Juli 2019
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    Mord (Symbolbild)

    Briten wollen Serienmörder Jack the Ripper endlich identifiziert haben

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    Die Forscher Jari Louhelainen von der John Moores University in Liverpool und David Miller von der University of Leeds wollen mittels DNA-Analyse die Identität eines der berühmtesten Serienmörders der Geschichte, Jack the Ripper, festgestellt haben. Sie veröffentlichten die Ergebnisse der Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Forensic Science“.

    Der Londoner Serienmörder Jack the Ripper soll im Herbst 1888 fünf Frauen getötet und verstümmelt haben. Der Fall blieb ungelöst und es ist bis heute unklar, wer wirklich hinter Jack the Ripper steckte.

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    Unter den Verdächtigen war ein psychisch kranker Barbier aus Polen, Aaron Kosminski, den die britischen Wissenschaftler nun als den Schuldigen identifiziert haben wollen. Sie gelangten zu diesem Schluss nach der Untersuchung eines blutbeschmierten Schal, der offenbar am Fundort eines Opfers der Mordserie, Catherine Eddowes, vorgefunden wurde.

    Der Schal soll das einzige erhaltene Beweisstück der Morde sein. Louhelainen und Miller entnahmen winzige Proben aus den Flecken dieses Schals, wahrscheinlich Blut und Sperma, und unterzogen sie einer vergleichenden DNA-Analyse. Schwerpunkt war dabei die mitochondriale DNA – Erbgut, das über die mütterliche Abstammungslinie weitergegeben wird.

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    Die auf dem Schal gefundenen DNA-Sequenzen verglichen die Forscher mit der DNA noch lebender Verwandter des Opfers und des Barbiers. Sie fanden deutliche Übereinstimmungen, die nahelegen würden, dass das Blut von Catherine Eddowes stammt, das Sperma von Aaron Kosminski. Zudem weise die Gen-Analyse auf braune Haare und Augen hin. Diese phänotypische Information passe „zu dem einzigen historischen Zeugenbericht, der als zuverlässig gilt“, schreiben die Forscher.

    Einige Experten kritisierten allerdings die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler. Der Rechtsmediziner Walther Parson von der Medizinischen Universität Innsbruck sagte gegenüber dem „Science“-Magazin, dass die DNA-Sequenzen im Fachartikel nicht detailliert aufgeführt würden – was es unmöglich mache, die Resultate nachzuvollziehen und zu überprüfen.

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    Louhelainen und Miller begründen das Fehlen detaillierter DNA-Sequenzen im Text mit dem Datenschutz: Weil die jeweiligen Nachfahren heute noch leben würden, dürfe ihr Gencode nicht einfach veröffentlicht werden.

    Laut einem weiteren Kritiker, dem auf mitochondriale DNA spezialisierten Bioinformatiker Hansi Weissensteiner aus Innsbruck, ist mitochondriale DNA nur bedingt dazu geeignet, enge Verwandtschaften zu beweisen. Denn rein theoretisch könnten damals tausende von Londonern ähnlich übereinstimmende DNA-Abschnitte besessen haben.

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    „Anhand der mitochondrialen DNA kann man eigentlich nur Verdächtige ausschließen“, zitiert das Magazin Weissensteiner.

    Wie „Science“ unter Berufung auf andere Kritiker der Recherche schreibt, soll es keine Beweise geben, dass der Schal überhaupt am Fundort gewesen sei. Er habe außerdem später im Verlauf der Jahre verschmutzt worden sein können.

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    Recherche, Verbrecher, Blut, Forscher, Studie, Verbrechen, Frau, Mörder, Mord, DNA, Wissenschaft, Probe, Tod, Gewalt, Ermordung, Polizei, Großbritannien