16:16 21 April 2019
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    Mutanten unter uns: Frau spürt weder Schmerz noch Angst – wegen Genbesonderheit

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    Die Medien haben sie bereits zur „Mutantenfrau“ ausgerufen, andere nennen sie „Superfrau“ – alle meinen das Gleiche: eine Schottin hat eine seltene Mutation, sodass ihr Körper kein Schmerz- oder Angstempfinden hat.

    Die 71-jährige Jo Cameron aus der Nähe von Inverness in Schottland dachte ihr Leben lang, dass sie tollpatschig sei. Der Grund: sie hatte sich andauernd verletzt und Wunden bei sich gefunden, von denen sie nicht wusste, wann sie sich diese geholt hatte.

    Doch ab einem bestimmten Moment wurde klar, dass sie diese Verletzungen einfach nicht spürte – wegen einer sonderbaren Genmutation. Ihre Genbesonderheit bewirkt nämlich, dass sie weder Schmerzen noch Angst oder Stress empfinden kann. Selbst bei der Geburt ihrer Kinder habe sie nach eigener Aussage keine Schmerzen gefühlt.

    „Als ich in den Wehen lag, dachte ich die ganze Zeit, sobald ich Schmerzen habe, frage ich nach Mitteln dagegen. Doch bevor ich mich versah, waren die Kinder einfach da“, erzählt sie im Interview mit der „New York Times“.

    Doch das, was sich für Einige als ein traumhaftes Leben anhören könnte – ein Leben ganz ohne Schmerzen – bringt in der Praxis immense Nachteile mit sich, die auch gesundheitsgefährdend sein können.

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    Der Schmerz ist nämlich ein wichtiges und evolutionär entwickeltes Warnsignal für den Körper. Er bewahrt ihn vor größeren Verletzungen und warnt vor großer Gefahr für den Körper.

    Fehlt der Schmerz, kann man nicht schnell genug reagieren.

    So hatte Jo beispielsweise Verbrennungen immer nur im Nachhinein gemerkt – oder im Extremfall, wenn sie den Geruch von ihrem eigenen verbrannten Fleisch spürte. Schnittverletzungen merkte sie erst, wenn das Blut floss.

    „Wenn man sich schneidet oder sich verbrennt, sagt das Gehirn normalerweise: 'Mach das nicht noch mal, pass auf.' Mein Gehirn sagt mir das nicht, und das ist keine gute Sache. Denn ich habe nicht die normalen Schutzmaßnahmen des Körpers“, so die Schottin.

    Für die Wissenschaft ist sie jedoch eine Fundgrube. Neurobiologen von der Uniklinik London hoffen, durch sie Erkenntnisse zu gewinnen, um Patienten mit chronischen Schmerzen helfen zu können. Doch nicht nur das. Ärzte haben gemerkt, dass Jos Wunden außerordentlich gut heilen und kaum Narben hinterlassen. Auch das wollen sie jetzt eingehender untersuchen.

    Aufgefallen ist das Ganze erst nach einer OP, bei der die Schottin keinerlei Schmerzmittel nehmen musste. Daraufhin haben Ärzte ihre DNA zusammen mit der ihrer Mutter, ihrer Tochter und ihres Sohnes untersucht. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sie eine Genmutation hat.

    Zwei ihrer Gene sind anders als bei anderen Menschen. Eines soll sie an ihren Sohn weitergegeben haben, der nun auch weniger Schmerzen empfindet, allerdings nicht in dem Maße wie seine Mutter.

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    Sie selbst glaubt, dass sie diese „Superkraft“ ihrem Vater zu verdanken hat. Auch er musste nie Schmerzmittel nehmen.

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    Mutant, heilen, Wunden, Angst, Schmerzen, Mutation, Gen, Frau, Schottland