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    Masern breiten sich rapide aus – Das sollten Sie dazu wissen

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    Der Kampf gegen die Masern schien eigentlich gewonnen zu sein. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben flächendeckende Impfungen einst die Krankheit nahezu ausgerottet. Doch nun schlägt die Organisation Alarm – die Erreger sind wieder zurück.

    Wie die WHO betont, sei vor allem die immer weiter nachlassende Impfkultur einer der wichtigsten Gründe für das erneute Ausbreiten der Krankheit. So sei zwar das Vorbeugen gegen Masern sehr einfach und billig, dennoch würden zunehmend mehr Menschen auf die Impfung verzichten.

    Dies betreffe nicht nur ärmere Länder, sondern auch westliche Industriestaaten, darunter auch Deutschland.

    Was genau sind Masern?

    Masern sind eine Viruserkrankung, die extrem schnell übertragen werden kann. Die Viren können beispielsweise nach Husten oder Niesen noch zwei Stunden aktiv bleiben, sodass die Ausbreitung der Infektion teilweise schneller vonstattengehen kann, als etwa bei Grippen.

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    Besondere Gefährlichkeit besteht auch darin, dass sich die Symptome nicht sofort zeigen. Man kann also schon ansteckend sein, bevor man selbst die Symptome der eigenen Erkrankung überhaupt spürt.

    Zu den Symptomen zählt hohes Fieber und später roter Hautausschlag. Bei bereits abwehrgeschwächten Menschen wie Säuglingen oder Senioren können lebensgefährliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder eine Hirnhautentzündung auftreten.

    Gesundheitsbehörden rufen daher eindringlich zur Impfung ab einem Alter von zwölf Monaten auf. Es gehe dabei nicht nur um den persönlichen Schutz, sondern auch um eine Immunisierung der Gesamtbevölkerung. Eine Impfrate von 95 Prozent sei erstrebenswert. Sie macht eine Infektion auch von den Menschen unwahrscheinlich, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können.

    Wie entwickeln sich die Zahlen der Erkrankten?

    Die WHO und das UN-Kinderhilfswerk Unicef haben die Problematik rund um die Masern in die Schlagzeilen gerückt, weil die Organisationen allein im vergangenen Jahr eine Erhöhung der Zahl der gemeldeten Infektionen im Vergleich zu 2017 um 50 Prozent registrierten. Den stärksten Anstieg von 30.000 auf 53.000 Fälle verzeichnete demnach die Ukraine. Auch 2019 setzte sich dort dieser Trend fort – allein in den ersten beiden Monaten des Jahres sollen bereits 24.000 neue Fälle in diesem Land gemeldet worden sein. Weltweit sollen im vergangenen Jahr 136.000 Menschen an den Masern gestorben sein.

    Was trägt zur Ausbreitung der Krankheit bei?

    Laut der WHO trägt die sinkende Impfkultur maßgeblich zur Ausbreitung der Krankheit bei. Impfskeptiker würden sich fälschlicherweise auf Forschungsergebnisse des britischen Wissenschaftlers Andrew Wakefield stützen, der einen Zusammenhang zwischen der Masern-Impfung bei Kindern und Autismus behauptet hatte.

    Allerdings sei mittlerweile längst bestätigt, dass er seine Forschungen manipuliert und gefälscht hatte. Zudem sei die These durch eine Studie mit mehr als 650.000 Kindern und weitere Untersuchungen längst widerlegt worden. Dennoch halte sich das Gerücht hartnäckig.

    In einigen Fällen würden zudem religiöse Motive angeführt.

    So seien beim jüngsten massiven Masern-Ausbruch im US-Bundesstaat New York vor allem ultraorthodoxe Juden davon betroffen gewesen – offenbar, weil diese sich aus religiösen Gründen geweigert hätten, sich impfen zu lassen.

    „Masern mögen die Krankheit sein, aber allzu oft ist die wirkliche Infektion Fehlinformation, Misstrauen und Gleichgültigkeit“, erklärte im Zusammenhang mit der Impfskepsis Unicef-Chefin Henrietta Fore im März.

    Die große Mobilität von Menschen heute würde zudem begünstigen, dass sich Masern schnell über den gesamten Globus verbreiten können.

    Kein Zugang zu Masern-Impfung in armen Ländern

    In ärmeren Ländern würde dagegen ein anderes Problem vorherrschen. Die Menschen würden sich zwar gerne impfen lassen, hätten jedoch keinen Zugang dazu.

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    So seien aus diesen Gründen etwa im armen ostafrikanischen Inselstaat Madagaskar zwischen September 2018 und Februar 2019 etwa 77.000 Menschen erkrankt.

    Auch im Jemen ist eine Masern-Epidemie ausgebrochen – begünstigt durch katastrophale humanitäre Bedingungen durch den Krieg.

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    Tags:
    Epidemie, Krankheit, Skepsis, Gegner, Impfung, Impfpflicht, Masern