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    Experimente am Menschen? Genschere in USA an Krebskranken erprobt

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    Valentin Raskatov
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    Zwei Krebskranke im Endstadium wurden im US-Bundesstaat mit der Genschere „CRISPR“ behandelt. Durch Einschleusung zusätzlicher Gene sollen ihre Immunzellen in der Lage sein, den Krebs im Körper effektiver zu bekämpfen. Ähnliche Experimente gibt es in China.

    Im US-Bundestaat Pennsylvania wurden erstmals zwei Krebspatienten mit der Genschere „CRISPR“ behandelt. Das Ziel: Die Zellen der Immunabwehr der Patienten effektiv aufzurüsten, damit diese aggressiver gegen Krebszellen vorgehen und diesen besiegen können. Ein Patient beispielsweise hat ein Multiples Myelom, einen Krebs, der weiße Zellen der Immunabwehr betrifft. Der zweite Patient hat ein Sarkom, eine Krebsart, die in Knochen und Weichgewebe vorkommt. Bei beiden Patienten hatten alle gängigen Therapien keine Erfolge gezeigt.

    Die Behandlung der Patienten erfolgte im Rahmen einer jüngst gestarteten US-amerikanischen „CRISPR“-Studie im Krebsforschungszentrum „Abramson Cancer Center“. Finanziert wird die Studie vom Immuntherapiezentrum „Institute for Cancer Immunotherapy“ in San Francisco sowie dem Unternehmen für Biotherapeutika „Tmunity“ aus Philadelphia.

    Beim „CRISPR“-Verfahren werden gezielt Gene in Körperzellen entfernt und andere eingeschleust, um unerwünschte durch auszubildende und damit effektive Eigenschaften auszutauschen. Im Fall der Krebspatienten wurden ihrem Blutkreislauf T-Zellen entnommen, diese dann außerhalb des Körpers genetisch editiert und wieder eingeschleust.

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    Rund um die Biotechnologie haben sich allerdings inzwischen viele Bedenken gebildet. Zum einen sind die Langzeitfolgen solcher Eingriffe nicht bekannt, zum anderen ist die Furcht groß, dass die Technik missbraucht werden könnte - zum Beispiel, um so genannte „Gen-Babys“ zu erzeugen, also Menschen, deren Genmaterial künstlich nachgebessert wird. Die Sorge ist hier, dass durch den Konkurrenzdruck am Ende „normale“ Menschen verdrängt werden und der Wert des Menschen nur noch aus seiner Leistungsfähigkeit abgeleitet werde.

    Die USA sind nicht die ersten, die solche Experimente starten. Bereits im Jahre 2016 wurden dazu erste Pionierarbeiten in chinesischen Krankenhäusern geleistet. 2018 gab es dann einen Bericht über Babies, die mit dem „CRISPR“-Verfahren gezeugt wurden. Es ging hier um die Einschleusung eines Gens, dass die Babys immun gegen HIV machen sollte. Damit diente das Experiment angeblich nicht der Behandlung einer nicht mehr anders zu behandelnden Krankheit, sondern der Optimierung des Menschen. Aus diesem Grund sorgte es für weltweite Empörung und dergleichen Experimente wurden offiziell eingestellt.

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    Tags:
    Biotechnologie, Genetik, Gen-Editierung, Immunsystem, Krebstherapien, Krebs, Gen-Babies, CRISPR, Genschere