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    Tödliche Lebensmittel: Was Darmkrebs auslöst

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    Rotes und verarbeitetes Fleisch (Wurst, Schinken, Speck etc.) erhöht das Risiko der Entwicklung von Darmkrebs um 20 Prozent, wie britische Wissenschaftler herausfanden. Gefährdet sind auch Menschen mit regelmäßigem Alkoholkonsum, wie das Portal „Gazeta.ru“ schreibt.

    Der tägliche Konsum von rotem (Rind-, Schwein- bzw. Kalbfleisch) und von verarbeitetem Fleisch selbst in kleinen Mengen kann die Wahrscheinlichkeit von Darmkrebs erhöhen. Der Verbrauch von faserreichen Lebensmitteln reduziert hingegen die Wahrscheinlichkeit der Krebserkrankung, zu diesem Schluss kamen Experten der Oxford University. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift „International Journal of Epidemiology“ veröffentlicht.

    Im Laufe von sechs Jahren beobachteten Wissenschaftler 500.000 Freiwillige. In dieser Zeit wurden mehr als 2500 Fälle von Darmkrebs registriert.

    Wie sich herausstellte, ist das Risiko der Erkrankung bei jenen, die rund 76 Gramm rotes bzw. verarbeitetes Fleisch pro Tag konsumierten, im Vergleich zu jenen, die 21 Gramm und weniger aßen, um 20 Prozent höher.

    Zudem war das Risiko bei jenen, die rund 54 Gramm Fleisch pro Tag aßen, um 15 Prozent höher als bei jenen, die rund acht Gramm aßen. Bei jenen, die 29 Gramm Fleisch pro Tag aßen, war das Risiko um 19 Prozent höher als bei jenen, die rund fünf Gramm aßen.

    Darüber hinaus ist das Risiko beim Alkoholkonsum höher – der Anstieg von 10 Gramm Ethanol über die normale Grenze sorgte für den Anstieg des Risikos um acht Prozent.

    Der Konsum von Geflügel, Fisch, Käse, Obst, Gemüse, Tee und Kaffee wirkte sich nicht auf die Darmkrebs-Entwicklung aus.

    Außerdem wurde festgestellt, dass der Konsum von faserreichen Lebensmitteln wie Brot das Krebsrisiko verringert.

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    Neben dem Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch gibt es auch viele andere Faktoren, die das Darmkrebsrisiko erhöhen. Etwa zehn Prozent der Fälle waren auf erbliche Belastung zurückzuführen.

    Gefährlich sind Darmpolypen – das Risiko wächst sieben Jahre nach ihrer Entstehung und steigt alle zehn Jahre um zehn Prozent an.

    Hinzu kommt, dass Krebs durch die Crohn-Krankheit, falsche Ernährung, unzureichenden Genuss von pflanzlichen Erzeugnissen provoziert wird. Zur Risikogruppe gehören auch Menschen, die lange Zeit (einige Monate bzw. Jahre) entzündungshemmende Mittel einnehmen und an chronischer Darmverstopfung leiden.

    Das Risiko bei Rauchern, Menschen, die an Alkoholismus und Verfettung leiden, ist höher.

    Eines der ersten Merkmale von Darmkrebs ist eine Stuhlstörung. Auf lange Verstopfungen folgen Durchfälle, der Bauch ist ständig aufgebläht. Dieses Merkmal ist für Krebserkrankungen in der linken Hälfte des Blinddarms typisch. Im Stuhl können Blutspuren auftauchen. Es kommt zur Dyspepsie – Störung der normalen Verdauung.

    Beim Wachsen eines Tumors kann es zur Stuhlentleerung und Zystitis kommen. Zu den weniger spezifischen Merkmalen der Krankheit gehören Müdigkeit, Trockenheit, Blässe und gereizte Schleimhaut, Veränderung der Körpertemperatur.

    In einer bestimmten Entwicklungsphase ähneln sich die Symptome von Krebs und Hämorrhoiden. In den USA werden alle Patienten, die über Blutungen aus dem Enddarm klagen, zur Koloskopie geschickt. In Russland wird ein Drittel der Darmkrebsfälle postmortal festgestellt.

    Diese Symptome bedeuten zwar nicht immer eine onkologische Erkrankung, doch sie sind ein Signal zu einer dringenden Untersuchung.

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    Symptome zeigen sich gewöhnlich in der zweiten oder dritten der fünf Phasen der Erkrankung. In der Nullphase trifft sie nur die Schleimhaut, in der ersten Phase auch die Unter-Schleimhaut-Schicht. In der zweiten Phase entstehen Metastasen in Lymphknoten und Muskeln. In der dritten Phase durchdringt der Tumor alle Darmschichten. In der vierten Phase kommt es zu Metastasen in entfernten Organen.

    In der Anfangsphase wird Darmkrebs gewöhnlich zufällig diagnostiziert. In dieser Etappe ist die Genesung in 95 Prozent der Fälle möglich. In der zweiten Phase sinken die Chancen auf 83-52 Prozent. In der dritten Phase liegen sie bei nicht mehr als 50 Prozent. In der vierten Phase überwinden nicht mehr als fünf Prozent der Patienten die Krankheit, wobei die Restlebenszeit selten bei mehr als einem halben Jahr liegt.

    Zur Diagnostizierung von Darmkrebs ist Koloskopie bzw. Irrigoskopie erforderlich. Zu einer präzisen Feststellung des Ortes, der Größe und von Metastasen ist ein MRT erforderlich. Außerdem sind Urin- und Blutproben, darunter für Onkomarker, notwendig.

    In den Anfangsstadien wird gewöhnlich zu einer Operation gegriffen, wonach die Darmfunktionen vollständig wiederhergestellt werden. Wenn der Tumor aber bereits gestreut hat, muss ein Teil des Darmes entfernt werden, und der gesunde Teil muss nach außen geführt und ein Kolostoma angelegt werden.

    Sollten chirurgische Eingriffe nicht mehr helfen, werden Bestrahlungen und Chemotherapie angewendet. Ihre Aufgabe ist es, die Zahl der Tumorzellen und die Geschwindigkeit ihrer Verbreitung zu reduzieren.

    Die Hauptmethoden der Vorbeugung von Darmkrebs sind eine ausgewogene Ernährung und physische Aktivitäten. Man sollte auf Rauchen und Alkoholkonsum verzichten. Menschen im Alter von mehr als 40 Jahren sollten jedes Jahr eine rektal-digitale Untersuchung und nach 50 Jahren alle zwei bzw. drei Jahre eine Koloskopie machen. Zudem sollten ältere Menschen darauf achten, ob in ihrem Stuhl Blutspuren auftauchen.

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    Darm, Krebs, Erkrankung, Beobachtung, Wissenschaftler, Studie, Oxford University, Lebensmittel, Alkoholkonsum, Fleisch, Konsum