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    Wegen Auftauen des Dauerfrostbodens: Forscher prophezeien Landschaftswandel

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    Das Auftauen des Permafrostbodens führt laut einer internationalen Forschergruppe zu einer grundlegenden Veränderung der Landschaft infolge von Erdeinsenkungen, Überschwemmungen und Erdrutschen. Die entsprechende Studie wurde im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht.

    „Wir arbeiten in Gebieten, in denen der Permafrost viel Eis enthält, und unsere Feldbeobachtungsstellen werden durch dessen drastischen Einbruch zerstört. Dies geschieht nicht allmählich, über Jahrzehnte hinweg, sondern sehr schnell – innerhalb weniger Monate“, so Merritt R. Turetsky, Forscherin an der University of Guelph in Kanada.

    Durch das Auftauen des Dauerfrostbodens würden Seen und Sümpfe entstehen, auch würde es zu Erdrutschen kommen, wodurch sich die Landschaft in den Permafrost-Regionen völlig verändere, so die Klimaforscher. Dabei werde der Lebensraum vieler Arten gestört und die Infrastruktur zerstört.

    Das Forscherteam fordert zusätzliche Messungen und Überwachungen des Permafrosts in der Arktis, aber auch eine verbesserte Modellierung und Berichterstattung über die Auswirkungen des Tauens auf das Klima. Dies werde dazu beitragen, die Politik im Bereich Regulierung der Treibhausgasemissionen zu beeinflussen, so die Botschaft.

    Etwa ein Sechstel der gesamten Erdoberfläche gilt nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven als Permafrostgebiet. Dort ist der Boden teilweise schon seit Tausenden Jahren dauerhaft gefroren. Die Kälte ist hier teilweise sogar bis in Tiefen von 1,6 Kilometern nachweisbar.

    Der Klimawandel hinterlässt laut Wissenschaftlern weltweit Spuren in den Permafrostböden. Nach einer globalen Untersuchung sei die Temperatur in diesen Böden zwischen 2007 und 2016 im Durchschnitt um 0,3 Grad Celsius gestiegen. Betroffen seien aber nicht nur die Regionen der Arktis und Antarktis, sondern auch die Böden in den Hochgebirgen Europas oder Zentralasiens. Besonders starke Veränderungen stellten die Forscher, ein Netzwerk aus insgesamt über 50 Gruppen aus 26 Staaten, in Russland fest.

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    Tags:
    Landschaft, See, Gefahr, Arktis