18:56 15 Dezember 2019
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    Beispielloser Artenverlust bringt Menschen in Gefahr

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    Der Weltbiodiversitätsrat IPBES der Uno hat in einem am Montag auf der offiziellen Seite der Organisation veröffentlichten Bericht vor einem erschreckend schnellen Artenaussterben und dessen fatalen Folgen für die Menschheit gewarnt.

    Für die weltweite Bestandsaufnahme der Artenvielfalt werteten Experten und Forscherinnen aus mehr als 50 Ländern demzufolge über drei Jahre lang viele Tausend wissenschaftliche Arbeiten zur Entwicklung der Biodiversität in den vergangenen fünf Jahrzehnten aus.

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    Rund eine Million von insgesamt schätzungsweise acht Millionen Tier- und Pflanzenarten sind laut IPBES vom Aussterben bedroht; viele könnten bereits in den nächsten Jahrzehnten komplett verschwinden.

    Die Forscher identifizierten fünf Faktoren, die die negative Entwicklung der Artenvielfalt auf der Welt maßgeblich beeinflussten. Vor allem ist das die Nutzung von Landflächen und Meeren. Drei Viertel aller Landflächen und zwei Drittel der Ozeane sind bereits entscheidend durch den Menschen verändert.

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    Ebenso trugen eine direkte Nutzung von Pflanzen und Tieren, der Klimawandel und die Verschmutzung der Umwelt zum Artensterben bei. Als fünfter wichtiger Faktor wurden invasive Arten genannt, die heimische Tiere und Pflanzen verdrängten. Die Zahl dieser invasiven Arten soll in allen Weltregionen um 70 Prozent gestiegen sein.

    Das Artensterben hat ein solches Ausmaß erreicht, dass schwerwiegende Folgen für den Menschen wahrscheinlich sind, so der Bericht. Der negative Trend bei Artenvielfalt und Ökosystemen untergräbt demnach den Fortschritt bei 35 von 44 der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, beispielsweise in den Bereichen Armuts- und Hungerbekämpfung, Gesundheit und Wasserversorgung.

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    „Wir unterhöhlen das Fundament unserer Volkswirtschaften, Existenzgrundlagen, Ernährungssicherheit, Gesundheit und Lebensqualität weltweit“, sagte der IPBES-Vorsitzende, Robert Watson, laut der Mitteilung.

    Der Rückgang der Artenvielfalt lasse sich noch aufhalten, aber nur, wenn ein Richtungswechsel auf allen Ebenen stattfinde.

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    „Unter den tiefgreifenden Veränderungen verstehen wir eine grundlegende, systemweite Reorganisation, die technologische, wirtschaftliche und soziale Faktoren betrifft, darunter auch Paradigmen, Ziele und Werte“, so Watson.

    Der Weltrat für Biologische Vielfalt (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, also eine intergouvernementale Plattform zwischen Wissenschaft und Politik, die Informationen zu Biodiversität und Ökosystemen bereitstellt) wurde im April 2012 auf UN-Ebene gegründet. Vom 29. April bis zum 6. Mai haben sich in Paris die 132 IPBES-Mitgliedsstaaten getroffen.

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